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Ärztezentrum: Stadt führt Gespräche

SPRINGE. Im kommenden Monat soll der Krankenhausausschuss des Landes entscheiden, ob die Genehmigung für die Notfallambulanz auch 2018 noch gilt. Klar ist aber schon jetzt: Selbst wenn es grünes Licht gibt, wird das aktuelle Modell nicht von Dauer sein. Bei der Stadt laufen die Bemühungen für eine Nachfolgeregelung.

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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Bürgermeister Christian Springfeld erklärte, er nehme momentan Kontakt mit den heimischen Ärzten auf. Das Ziel: die Bereitschaft abzuklopfen, sich in einem gemeinsamen medizinischen Versorgungszentrum mit 24-Stunden-Betrieb zu engagieren. Denn ohne die hier ansässigen Mediziner, ist der Bürgermeister überzeugt, „funktioniert es gar nicht“. Das liegt nicht nur daran, dass die Stadt nicht an den etablierten Praxen vorbeiarbeiten will: Es gibt außerdem rechnerisch schlicht keine Chance auf die Genehmigung zusätzlicher Arztansiedlungen.

Erste Gespräche, die etwa das Klinikum Region Hannover zur Zeit der Krankenhausschließung mit Ärzten geführt hatte, waren ohne Einigung verlaufen. Die Ärzte, so hieß es damals, wollten ihre größtenteils zentral liegenden Praxen nicht für eine gemeinsame Einrichtung im Krankenhausgebäude am Rande der Kernstadt aufgeben.

Springfeld hofft jetzt, mit einer Reihe neuer Argumente auftreten zu können. Da ist zum einen der Ort eines solchen Zentrums, den der Bürgermeister eher zentral sieht. Ihm schwebt etwa das Gelände des Sparkassenhochhauses vor: Das war schon einmal Ärztestandort, steht aber nun leer und könnte durch einen Neubau ersetzt werden, so die Idee. Bislang gibt es auch vom neuen Besitzer, dem Immobilienunternehmer Baum aus Hannover, keine offiziellen Pläne für den Standort: „Vielleicht gibt es hier eine Chance“, hofft Springfeld.

Für ihn spielt aber auch die Situation der heimischen Ärzte eine Rolle: „Wer älter ist, denkt vielleicht schon über seine Nachfolge nach. Und die scheint manchmal schwer zu klären.“ Es gehe darum, attraktive Rahmenbedingungen zu schaffen, um Ärzte nach Springe zu locken: „Und wenn wir dann ein Zentrum anbieten können, bei denen die Ärzte mit festem Gehalt und Urlaubsanspruch angestellt sind, sind wir anderen Kommunen um einiges voraus.“

Die Frage ist: Wer steht dahinter? Die Stadt selbst könne nicht als Betreiber auftreten, betont Springfeld. Er will die Kompetenz der Region und von deren Tochter, dem Klinikum nutzen. Dort ist man aus seiner Sicht ohnehin in der politischen Pflicht, sich hier vor Ort zu engagieren: Schließlich hatte die Regionsmehrheit aus CDU und SPD eine entsprechende langfristig angelegte medizinische Versorgung vor Ort auch in ihrem Koalitionsvertrag festgezurrt.

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