weather-image
Neue Strukturen im Krankenhaus: Auch in der Inneren Medizin rückt Springe näher an Gehrden heran

Ärztemangel stellt Klinik vor Herausforderung

Springe (ric). Die Situation ist ähnlich prekär wie bei niedergelassenen Medizinern: Auch im Springer Klinikum droht ein Mangel an hoch qualifizierten Ärzten. Auf Dauer würde das zulasten der Patienten gehen – und sogar den Standort gefährden. Doch die Leitungsebene will gegensteuern und Springe noch näher an Gehrden rücken lassen.

Drei Chefärzte für das Zentrum Innere Medizin: Dr. Jochen Wedemeyer, Dr. Egbert Schaefer und Prof. Dr. Claus Bossaller.

Chefarzt Dr. Egbert Schaefer weiß: Junge Doktoren zieht es in der Regel in die Großstadt – und nicht aufs Land. „Sonst lernen sie in der Regel zu wenig für ihre Weiterbildung, zudem gibt es in ihren Fachgebieten nicht ausreichend Erkrankte.“ Dann sei auch eine Patientenabwanderung spürbar. Das gesamte Klinikum Region Hannover sieht sich aber als großes Netzwerk – und davon sollen die Springer profitieren.

Um die Attraktivität für junge Ärzte vor Ort zu erhöhen, seien personelle und strukturelle Änderungen notwendig, sagt Dr. Martin Memming, der jüngst das Amt des Ärztlichen Direktors von Schaefer übernommen hat. Die Situation auf dem Stellenmarkt sei heute fast wie in den 70er-Jahren: Damals herrschte ein immenser Personalmangel, während Nachwuchsärzte in den 90ern schlechtere Chancen beim Einstieg hatten.

Zur Zukunftssicherung des Springer Krankenhauses öffnet sich die Einrichtung jetzt noch weiter in Richtung Norden der Region, nachdem mit Wolfgang Grotstück Anfang 2008 bereits ein Gehrdener den Posten des kaufmännischen Direktors einnahm und vor einem halben Jahr die allgemeinchirurgischen Fachkliniken fusionierten.

Zum September wird die Medizinische Klinik im „Zentrum für Innere Medizin Gehrden/Springe“, neu organisiert – und zwei Chefärzte des Robert-Koch-Klinikums rücken auf die Kommandoebene vor: So leitet Dr. Jochen Wedemeyer die Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie, behandelt Magen- und Darmerkrankungen sowie die Schädigung anderer Organe, während Herz- und Gefäßkrankheiten unter der Regie von Prof. Dr. Claus Bossaller kuriert werden, ebenso wie Fälle der internistischen Notfallmedizin. Auch im Hinblick auf seinen Ruhestand in eineinhalb Jahren tritt Schaefer damit einen Schritt zurück, gibt den weiterbildungsrelevanten Bereich ab. Schaefer führte die Medizinische Klinik seit 1992, er wird bis zur Pensionierung als Chefarzt die ambulante Versorgung in der gesamten Inneren anbieten und gleichzeitig Sonderaufgaben bei der Klinikleitung übernehmen. So soll die lange geplante Sanierung der Notaufnahme am 15. August beginnen.

Wedemeyer macht ein Ziel der neuen Maßnahmen deutlich: „Am Ende muss es heißen: Der Weg führt den Kardiologen oder Gastroenterologen direkt nach Springe.“ Grundsätzlich solle es so sein, dass der Mediziner zum Patienten kommt, nicht andersherum. Ausnahme seien Untersuchungen an speziellen Geräten – dafür müssen Betroffene den Weg in die andere Klinik antreten. Das sei allerdings immer so gewesen.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare