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Arbeiter errichten erstes Windrad

60 Elefanten auf den Feldern vor Bennigsen

Bennigsen/Gestorf. Um 9.21 Uhr kommt die gute Nachricht über Funk: „Die Mannschaften an den Seilen können sich entspannen“, knarzt es aus den Lautsprechern. Das erste der drei neuen Windräder zwischen Bennigsen und Gestorf hat gestern Morgen seinen riesigen Rotor bekommen, die Bolzen sind fest verankert.

Langsam schwebt der Rotor in Richtung Windrad-Turm. Fotos: zett
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Was davor passiert, bedeutet Millimeterarbeit für die zahlreichen Techniker am Boden und an den Steuereinheiten des riesigen Krans. Eine gute halbe Stunde dauert es, bis der Rotor mit seinen 92 Metern Durchmesser vom Boden bis an die Spitze des 150 Meter hohen Anlagenturms geschwebt und dort sicher befestigt ist.

Bauteile kommen in der Nacht

Unten auf den vom Nachtfrost gefrorenen Feldern bietet sich währenddessen ein auf den ersten Blick skurriles Bild: In kleinen Gruppen laufen Männer hin und her, Helme auf den Köpfen, blaue Mülltonnen vor sich her schiebend. Aus jedem der Behälter kommt ein Seil, dessen anderes Ende an den Rotorblättern befestigt ist. Die Arbeiter ziehen fest – sie müssen den riesigen Rotor ausbalancieren, damit er im Wind nicht wackelt. Als das Gerät schließlich sitzt, ist erst ein Drittel des Projektes fertig: Erst in den kommenden beiden Wochen sollen auch die anderen zwei Windräder errichtet werden. Die tonnenschweren Bauteile werden per nächtlichem Schwertransport auf die Felder des Windparks „Springe/Bennigsen 2“ gelangen, der von der Hannoveraner Firma „Windwärts“ errichtet wird.

Ende März, so Projektleiterin Anne-Kathrin Kube, sollen die Anlagen vom Typ „Repower MM92“ dann ans Netz gehen. Mit ihrer Gesamtleistung von 6,15 Megawatt sollen sie pro Jahr genug Strom produzieren, um damit rechnerisch rund 4800 Privathaushalte zu versorgen.

Doch zuvor muss noch einiges gestemmt werden – vor allem in Sachen Gewicht. „Die Anlieferung der Komponenten bedarf einer genauen Planung“, so Kube. Die Schwertransporter, die durch Bennigsen und Umgebung rollen, sind bis zu 60 Meter lang und können an die 140 Tonnen wiegen. Bis die Arbeiten abgeschlossen sind, schätzt Kube, werde man auf insgesamt etwa 30 Fahrten kommen. Die massiven Turmteile werden dabei separat von den Rotorblättern geliefert. Insgesamt wiegt einer der 150 Meter hohen Türme nach Angaben von Windwärts 300 000 Kilogramm – in etwa so viel wie 60 durchschnittliche afrikanische Elefanten.

Auf den Feldern geht unterdessen die Arbeit für die Techniker weiter: Sie müssen sich als Nächstes um den Innenausbau der Windkraftanlagen kümmern – sprich: um die Leitungen, die Schaltschränke, die dafür sorgen, dass aus dem Wind schließlich die Energie wird.

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