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Nächtlicher Einsatz in Altenhagen I: Bewohner retten sich ins Freie / Fahrlässige Verursachung?

55 Feuerwehrleute löschen Wohnungsbrand

Altenhagen I (ric). Es ist gegen zehn Uhr abends, als Rica Schaumäker ins Bett gehen will. Von draußen bemerkt die 14-Jährige plötzlich ein helles Flackern. Aus ihrem Fenster sieht sie, dass aus dem Haus nebenan Flammen schlagen. Es sollte der Auftakt für eine lange Nacht in Altenhagen I werden, in der 55 Feuerwehrleute im Einsatz sind.

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Rica handelt schnell: Sie informiert ihre Eltern. Die Mutter klingelt bei den Nachbarn Sturm, Vater Maik wählt den Notruf. Im betroffenen Fachwerkhaus wohnen neun Personen, zwei davon sind kleine Kinder. Alle flüchten unbeschadet ins Freie, obwohl sich das Feuer in der mittleren Ebene ausbreitet und die Treppe zu erreichen droht. Dann treffen die Feuerwehren aus Altenhagen, Springe und Bad Münder an der Deisterstraße ein. Zwei Löschgruppenfahrzeuge, ein Tanklöschfahrzeug, ein Rüstwagen, Katastrophenschutz, Mehrzweckwagen und Einsatzleitung belagern den Unglücksort, Blaulicht erhellt die Nacht. Die Kollegen aus Bad Münder sind mit der Drehleiter angerückt.

Nachbar Maik Schaumäker, selbst aktiver Feuerwehrmann, weist seine Kollegen ein. Schnell nähern sie sich dem Brandherd in einem Raum im ersten Stockwerk von mehreren Seiten. Offensichtlich brennt das Mobiliar in einer Abstellkammer. Einsatzleiter Florian Doege schickt einen Angriffstrupp unter schwerem Atemschutz mit einem C-Hohlstrahlrohr durch das Treppenhaus vor, von außen wird eine Steckleiter aufgebaut. Durch eine Holztür gelangt ein zweiter Trupp vor.

Binnen kurzer Zeit dämmen die Einsatzkräfte das Feuer ein. Die Nachlöscharbeiten ziehen sich jedoch bis 23.45 Uhr hin. „Weil die Nachbarin den Brand rasch bemerkt und die Kameraden schnell handelten, konnten wir verhindern, dass sich das Feuer weiter ausbreitete“, sagt Sprecher Torsten Baxmann.

Mit einem Druckbelüfter wird der schädliche Rauch ins Freie befördert. Mit einer Wärmebildkamera suchen die Kameraden im Inneren nach möglichen Brandnestern, außen setzen die Münderaner ein weiteres Gerät ein und kontrollieren mithilfe der Drehleiter den Dachstuhl. Um 0.20 Uhr ist der Einsatz beendet.

Für die Kripo Hannover beginnt die Arbeit am Mittwochmorgen. Die Ermittler gehen bei der Ursache für das Feuer von fahrlässiger Brandstiftung aus, wobei auch ein technischer Defekt nicht gänzlich ausgeschlossen werden könne. Der Schaden ist vergleichsweise gering: Er soll laut Polizei bei rund 1000 Euro liegen.

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