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Wie Stadt und Bürger mit dem Blattregen umgehen

50 Kilo Laub pro Baum: Da kommt was runter

Springe (jemi). Im Herbst gibt es viele schöne Dinge. Aber auch Streit, um Bäume und deren Blätter – dabei geht es vornehmlich um das Laub des Nachbarn. „Am Fegen und Saugen kommt man kaum vorbei“, sagt Karsten Kohlmeyer, stellvertretender Leiter des Fachdienstes Ordnung. Und das gilt auch, wenn die Blätter vom Nachbargrundstück stammen. „Viele Bürger finden das ungerecht, wenn sie das Laub, das nicht aus ihrem eigenen Garten stammt, entsorgen müssen“, so Kohlmeyer. Ändern könne man daran allerdings nichts.

Einsatz mit dem Laubpuster in der Deisterstadt – nicht ger

Wie beim Winterdienst sind die Anlieger auch im Herbst verpflichtet, die Gehwege vor dem eigenen Grundstück sauber zu halten, um Passanten vor Gefahren zu schützen. Wer nach dem Motto „Wird schon gut gehen, wenn ich die Blätter liegen lasse“ handle, für den könnte es teuer enden, warnt Kohlmeyer: „Auch in diesem Fall gilt es, die Verkehrssicherungspflicht einzuhalten.“ Rutsche eine Person auf den Blättern aus, könne der Grundstücksbesitzer haftbar gemacht werden.

Die Stadt Springe muss das Laub auf den städtischen Flächen entsorgen. Da kommt einiges zusammen, weiß Gärtnermeister Helmut Schorsch: „Wenn man bedenkt, dass eine ausgewachsene Kastanie allein bis zu 50 Kilogramm Laub jedes Jahr verliert, kann sich jeder leicht ausrechnen, was wir da kehren müssen“, so Schorsch. Die Blätter werden gesammelt und in Containern gelagert. Dann kommt eine Entsorgungsfirma und transportiert das Laub ab – in eine riesige Kompostanlage außerhalb des Stadtgebietes. In den Wald dürfen die Blätter nicht einfach geschüttet werden. „Das wollen die Förster nicht“, so Schorsch. Einige Gartenbetriebe fragen allerdings bei der Stadt an, ob sie das Laub haben dürfen. Die Gärtner nutzen es für ihre Arbeit auf verschiedene Weise.

Während der städtische Betriebshof in Hameln in diesem Jahr versuchen soll, so häufig wie möglich auf die lautstarken Laubpuster zu verzichten, und stattdessen den Besen zu nutzen, sei das in Springe nicht möglich, sagt Schorsch: „Der Aufwand ist zu groß und der Einsatz dauert dann zu lange.“ Man bräuchte mehr Personal – und das koste die Stadt Geld, das sie nicht hat. Früher sei es zwar auch möglich gewesen, das Laub zusammenzukehren. Doch da habe es weniger Grünanlagen als heute gegeben, erklärt der Gärtnermeister der Stadt.

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