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4916 Diesel in Springe unterwegs

SPRINGE. 4916 Dieselautos tuckern durch die Straßen der Deisterstadt. Damit ist die umstrittene Antriebsart in Springe beliebter als etwa in Seelze: Die Gemeinde am Mittelllandkanal hat zwar 3000 Einwohner mehr als Springe – dafür aber 360 Dieselfahrzeuge weniger.

Springe ist eine Dieselstadt: Knapp 5000 Fahrzeuge sind hier angemeldet. Foto: Mischer

Autor:

RALF T. MISCHER und SANDRA HERMES

Seit dem Diesel-Skandal geht die Nachfrage nach den Selbstzündern aber auch am Deister zurück. Springes Klimaschutzmanagerin Katrin Härtel wirbt indes für die Nutzung von Elektroautos.

Anhand des Beispiels Seelze zeigt sich, dass Dieselwagen in Springe besonders beliebt sind: 16 561 Autos sind in der Deisterstadt insgesamt angemeldet. 483 weniger als in Seelze. Trotzdem übertrifft die Zahl der Dieselfahrzeuge in Springe die in Seelze deutlich.

Im direkten Vergleich mit den Nachbarkommunen Pattensen, Ronnenberg und Seelze steht Springe an der einsamen Dieselspitze – wenngleich der Vergleich mit den ersten beiden nicht ganz fair ist, weil Pattensen und Ronnenberg deutlich weniger Einwohner als Springe haben. Regionsweit sind 107 460 Diesel-Autos und 242 538 Benzin-Wagen angemeldet.

Landesweit ist die Zahl der Diesel-Neuzulassungen im Juli um 19,9 Prozent eingebrochen. In einem schwachen Juli habe trotz der Urlaubszeit „das Maß der Rückgänge überrascht“. Karl-Heinz Bley, Präsident des Kfz-Landesverbandes Niedersachsen-Bremen, sagte zu den aktuellen Länderzahlen, während es bundesweit leichte Steigerungen gegeben habe, falle der Markt in Niedersachsen zurück.

Die oft als Alternative zu Verbrennungsmotoren gelobten Elektroautos indes kommen am Deister nicht so recht in Fahrt: Laut Klimaschutzmanagerin Katrin Härtel fahren aktuell 23 E-Autos durch Springe. „Damit stehen wir regionsweit ganz gut da“, sagt Härtel. Sie verstehe nicht, warum Elektroautos oft noch in der Kritik stehen.

„Ein Elektroauto zu fahren, hat nichts mit Verzicht zu tun. Ganz im Gegenteil: Man gewinnt sogar den Genuss hinzu, agil, komfortabel und vor allem vollkommen leise zu reisen.“ Sie rät jedem, einfach mal eine Probefahrt zu machen.

Die Vorteile lägen klar auf der Hand. „Weniger Verkehrslärm, bei Nutzung von Öko-Strom ist man CO2-frei unterwegs, Strom kostet weniger als Benzin oder Diesel und nicht zu vergessen: die hohe Effizienz beim Antrieb.“ Offen gibt sie aber auch zu, dass ein Elektro-Auto auch Nachteile mit sich bringe. Natürlich sei ein Neuwagen im Vergleich zu Verbrennern erst mal deutlich teurer, „aber auf Dauer rechnet sich die Anschaffung“, ist Härtel überzeugt.

Die Kritik an der langen Ladedauer und der Reichweite kann sie nicht verstehen. „Der Deutsche fährt im Schnitt pro Tag 50 Kilometer. Bei einer Reichweite von etwa 250 Kilometer muss das Auto alle fünf Tage aufgeladen werden.“ Und für Langstrecken gebe es ja auch Schnellladestationen an Tankstellen.

„Dann ist das Auto innerhalb von 20 Minuten wieder aufgeladen – die perfekte Zeit für eine Kaffeepause.“

Auch die Stadtwerke betonen, dass sie gemeinsam mit der Stadt bemüht seien, „klimaneutrale Mobilitätslösungen in der Stadt mitzugestalten“. Die vom Energieversorger angebotene E-Ladesäule werde täglich genutzt und die Anzahl der Ladevorgänge steige stetig. „Allein in diesem Jahr gab es schon mehr als 400 Ladevorgänge“, sagt Pressesprecherin Stephanie Döring auf Anfrage der Neuen Deister-Zeitung.

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