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43-Jähriger klaut Modelleisenbahnzubehör und betrügt Friseur

SPRINGE. Aus dem Keller seines Nachbarn hat ein 43-jähriger Springer Modelleisenbahnzubehör im Wert von 600 Euro gestohlen. Zudem hat er einen Friseur betrogen. Dort kaufte er Waren, obgleich sein Konto nicht gedeckt war. Die Strafrichterin verurteilte den Mann zu einer dreimonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung.

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Autor:

Anne Brinkmann-Thies

„Ich war in Geldnot“, sagte der Mann. Deshalb habe er im Oktober aus dem nicht verschlossenen Kellerraum des Nachbarn Lokomotiven, aber auch Abteile und weiteres Zubehör aus dessen Modelleisenbahnsammlung geklaut. Er gab das Diebesgut einem Kumpel, der es für ihn verkaufen sollte. Dass die Modelle gestohlen waren, habe der Verkäufer aber nicht gewusst, betonte der Angeklagte. Es sei kein feiner Zug, einen älteren Herrn und dazu noch den Nachbarn zu stehlen, gab die Strafrichterin zu bedenken. Der Angeklagte zeigte sich reuig. Er habe dem Opfer einen Brief geschrieben und sich entschuldigt, erklärte er. Und betonte erneut, aus Geldnot gehandelt zu haben. Sein Arbeitgeber habe ihm keinen Lohn gezahlt. Und in der Verwandtschaft habe er vergeblich versucht, finanzielle Hilfe zu bekommen.

Nur wenige Wochen zuvor hatt der 43-Jährige einen Springer Friseur betrogen. Er kaufte zunächst Haarfärbemittel im Wert von zehn Euro für seine Frau und bezahlte mit EC-Karte. Sein Konto war aber nicht gedeckt. Das habe er nicht gewusst, die Karte habe auch funktioniert, sagte der Mann. „Meine Frau kümmert sich immer um die Finanzen“, erklärte er.

Einen Tag später kaufte der Mann bei dem Friseur erneut Waren. Diesmal waren es Waren im Wert von 18 Euro sowie ein Gutschein über 50 Euro, den er sich dann auszahlen ließ. Auch für diese Zahlungen wies sein Konto kein ausreichendes Guthaben mehr auf. Auf Nachfrage der Strafrichterin gab er zu, zu diesem Zeitpunkt über die fehlende Deckung des Kontos informiert gewesen zu sein.

Der Mann ist bereits acht Mal wegen Betrugs und Diebstahls verurteilt worden. „Gibt es nicht eine Therapie für mich oder eine Selbsthilfegruppe?“, fragte er die Richterin. Dann aber gab er sich quasi selbst eine Antwort. Seine Frau drohe ihm, sich scheiden zu lassen, wenn er noch einmal rückfällig werden sollte. Das aber wolle er auf gar keinen Fall.

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