weather-image
27°

41-Jähriger beleidigt seine Nachbarin

BENNIGSEN. Weil er seine Nachbarin beleidigt hat, musste sich jetzt ein 41-jähriger Bennigser vor dem Springer Amtsgericht verantworten.

Foto: Archiv

Autor:

Anne Brinkmann-Thies

Die junge Frau als „Schlampe“ und Schlimmeres tituliert zu haben, kostet den einschlägig vorbestraften Mann nun 1000 Euro.

Unumwunden räumte der Bennigser ein, die 28-Jährige im Sommer vergangenen Jahres bei einem Zusammentreffen vor der Haustür eines Mehrfamilienhauses beleidigt zu haben. Dort lebten beide mit ihren jeweiligen Partnern in der Nachbarschaft. „Es ging darum, dass sie das Treppenhaus nicht sauber gemacht hat“, berichtete der 41-Jährige. Deshalb habe er sie als Schlampe tituliert. Daraufhin habe sie ihm eine Ohrfeige verpasst, berichtete der Bennigser. Er erstattete daraufhin Anzeige wegen Körperverletzung. Dieses Verfahren jedoch wurde von der Staatsanwaltschaft eingestellt, ebenso wie eine Sachbeschädigung, die wiederum dem 41-Jährigen zur Last gelegt wurde. Denn als es zum Streit kam, griff auch der Vater der jungen Frau ins Geschehen ein. „Er hat meinem Vater die Brille von der Nase gefegt“, berichtete die 28-Jährige in ihrer Zeugenaussage vor Gericht. Zuvor habe er sie an die Wand gedrängt. Und auch zurückgeschlagen, nachdem sie ihn geohrfeigt hatte. Deshalb sei ihr der Vater auch zur Hilfe gekommen. „Ich hatte schon länger Angst vor ihm und habe mich kaum aus der Wohnung getraut“, erzählte sie. Inzwischen sei sie mit ihrem Ehemann auch aus dem Haus ausgezogen.

Dabei war die 28-Jährige bis vor einiger Zeit sogar eng mit dem 41-Jährigen und dessen Frau befreundet gewesen. Warum diese Freundschaft in die Brüche gegangen war, darauf konnte sich die 28-Jährige keinen Reim machen. „Wir wissen nicht, was mein Mann und ich den beiden getan haben“, sagte sie.

Am Tag der Beleidigung jedenfalls sei sie dabei gewesen, ihre Hochzeitsgeschenke durch das Treppenhaus nach oben in ihre Wohnung zu tragen. Dabei habe er ihr die Haustür vor der Nase zugeschlagen. Als sie schließlich doch ins Treppenhaus gelangte, habe er mit den Beleidigungen begonnen. Auf eine Entschuldigung des 41-Jährigen während der Gerichtsverhandlung reagierte die junge Frau nicht.

„Wir sprechen kein Wort mehr miteinander, und ich will auch keinen Kontakt mehr zu der Familie haben“, erklärte sie und berichtete, dass der 41-Jährige immer wieder an ihrer neuen Wohnung vorbeifahre oder dort mit dem Auto stehenbleibe.

Ursprünglich hatte der 41-Jährige wegen der Beleidigung einen Strafbefehl über 1000 Euro bekommen, gegen den er Einspruch eingelegt hatte. Diesen Einspruch zog der Mann nach der Beweisaufnahme zurück. Ein Urteil mit einer Geldstrafe wäre ihn möglicherweise deutlich teurer zu stehen gekommen.

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare