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34-Jährige verkauft Drogen: Bewährungsstrafe für Eldagserin

ELDAGSEN. In ihrer Wohnung fanden die Polizeibeamten ein breites Spektrum unterschiedlicher Drogen, daneben lagen verschiedene Messer und ein Softair-Gewehr: Eine 34-jährige Eldagserin wurde jetzt vor dem Schöffengericht am Springer Amtsgericht zu einer eineinhalbjährigen Bewährungsstrafe verurteilt, weil sie Drogen zusammen mit Waffen aufgewahrt hatte.

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Autor:

Anne Brinkmann-Thies

„Mit dem Dealen wollte ich meinen eigenen Konsum finanzieren“, sagte die junge Frau und Mutter von zwei Kindern. Tatsächlich aber habe sie immer mehr und mehr mit Drogen gehandelt. „Es ist dann irgendwie eskaliert“, erklärte sie. Neben rund 50 Gramm Marihuana fanden die Polizeibeamten bei einer Wohnungsdurchsuchung im Oktober vergangenen Jahres auch Amphetamine, Ecstasy und LSD. In einem Rucksack lag neben Tüten mit Gras ein Messer. In der Wohnung gab es zudem weitere Taschen- und Brotmesser und eben auch eine Softair-Waffe.

„Ich habe nur zum Spaß im Zimmer geschossen, das Gewehr habe ich geschenkt bekommen“, erklärte die 34-Jährige. Das Magazin habe sie zudem getrennt von dem Gewehr, das mittels Druckluft betrieben wird, aufbewahrt. Und die Messer habe sie gar nicht als Waffen angesehen, sagte sie zunächst. Und gab dann doch zu, sich durch die Messer notfalls habe schützen wollen. Denn ein Springer habe sie immer wieder bedroht, und wollte auch in ihre Wohnung kommen. Auf Nachfrage der Vorsitzenden Richterin erklärte sie jedoch, dass dieses Problem inzwischen gelöst sei.

Wenn Waffen quasi griffbereit zusammen mit Drogen aufgewahrt werden, verschärfe sich die Straftat, klärte sie der Staatsanwalt auf. „Soweit habe ich gar nicht gedacht“, sagte die Angeklagte. Sie räumte alle Taten unumwunden ein.

Sie wolle weg aus der Drogenszene und habe ihren eigenen Bedarf stark reduziert. Auch hat sie sich bereits selbst um eine ambulante Therapie gekümmert. Dass sie vor mehr als 20 Jahren mit dem Konsum von Marihuana begonnen hatte, erklärte sie mit persönlichen Problemen.

Die haben sie sie auch auf ihrem weiteren Lebensweg begleitet und gipfelten unter anderem darin, dass ihr inzwischen getrennt lebender Mann das Sorgerecht für die jüngere Tochter bekommen hat. Inzwischen lebe die Kleine in einer Einrichtung, weil der Vater sich nicht fürsorglich um sie gekümmert habe.

Vielmehr habe er sie „wie seine Frau und nicht wie ein Kind behandelt“, sagte die Angeklagte. Ihre Motivation, sich gegen die eigene Drogensucht zu stemmen sei es nun, sich wieder selbst um das Kind kümmern zu können, sagte die 34-Jährige unter Tränen. Um sie auf diesem Weg noch weiter zu bestärken, machte das Schöffengericht den Besuch der ambulanten Drogenberatung sogar zur Bewährungsauflage.

Besucht sie die Therapie nicht, droht ihr der Widerruf der Bewährung, und sie müsste ins Gefängnis. Zudem muss die 34-Jährige 50 Stunden gemeinnütziger Arbeit verrichten. Die junge Frau nahm das Angebot des Gerichts an, einen Bewährungshelfer zur Seite gestellt zu bekommen. „Ich nehme jede Hilfe, die ich bekommen kann“.

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