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261 Mal musste die Feuerwehr 2017 ausrücken

SPRINGE. Nicht immer waren sich Feuerwehr, Politik und Verwaltung einig, wenn es etwa um den Neubau der Feuerwehrgerätehäuser oder um neue Anschaffungen ging. „Irgendwann prallt das an den Mitgliedern auch nicht mehr ab. Irgendwann nervt es auch.“

„Immer auf sachlicher Ebene diskutiert“: Herbert Tschöpe lässt das vergangene Jahr Revue passieren. FOTO:HELMBRECHT
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Das stellte Stadtbrandmeister Herbert Tschöpe am Sonntag während der Dienstversammlung der Stadtfeuerwehr klar.

„Wir tun aber gut daran, jede Eskalation zu vermeiden. Wir haben eine Verantwortung dafür, dem Bürger in höchster Not zu helfen. Das ist die Kernaufgabe der Feuerwehr und auf diese sollten wir unsere ganze Konzentration legen“, so Tschöpe weiter. Immer wieder entbrannten in den vergangenen Monaten teils emotionale Debatten – immer wieder kam die Frage auf, warum das neue Feuerwehrhaus Bennigsen gerade einmal 1,5 Millionen Euro gekostet hat, für den Neubau in Eldagsen aber rund 3 Millionen Euro veranschlagt werden. Feuerwehrkameraden berichteten gegenüber der NDZ jetzt sogar von einigen Defiziten des neu gebauten Gerätehauses in Bennigsen.

Auch in Alferde kam es zu Diskussionen, weil die Stadt bereits seit vier Jahren vergeblich nach einem Grundstück für das neue Feuerwehrhaus sucht. Weil in Altenhagen I die Standortfrage geklärt ist, konnte der Neubau vorgezogen werden. „Ich weiß, dass viele nicht immer zufrieden sind, was die Stadt macht“, räumte Bürgermeister Christian Springfeld in Eldagsen ein.

Derzeit habe die Verwaltung aber einige Bauprojekte vor der Brust, etwa die Integrierte Gesamtschule oder auch das Otto-Hahn-Gymnasium. „Wir müssen unsere vorhandenen Ressourcen auf alle verteilen und können nur 100 Prozent geben und im Baubereich werden schon 150 Prozent gegeben.“ Er könne verstehen, dass die Alferder unzufrieden seien, Springfeld verspricht: „Wir bleiben dran.“ Auch in Bennigsen gebe es „Optimierungspotenzial“ im neuen Feuerwehrhaus.

„Die Feuerwehren benötigen kein Mitleid, sondern die Unterstützung die notwendig ist, um ihre Aufgaben auszuüben“, so Tschöpe und bekam dafür viel Beifall von den Teilnehmern.

Und dass die Aufgaben immer vielfältiger und anspruchsvoller werden, zeigte auch ein Blick in seine Einsatzstatistik. 261 Mal mussten die Aktiven im vergangenen Jahr ausrücken. Zum Vergleich: 2016 waren es gerade einmal 166 Einsätze. „Geschuldet ist das dem Wetter, dass die Zahl so herausragt.“ In Erinnerung bleibe ihm das Unwetter im Juli. „Zweieinhalb Tage hatte uns das Wasser im Griff. Die Einsatzleitung Ort hat deutlich bewiesen, welche tolle Arbeit hier geleistet wurde“, lobte er den Einsatz seiner Kameraden.

Auch wenn die Feuerwehr in vielen Bereichen „auf einem guten Weg“ sei, gebe es auch noch Nachholbedarf – etwa in Sachen Fahrzeugbestand. „Auch die Kosten für Wartung und Pflege sind von den Feuerwehren zu tragen. Das muss dringend auf die Agenda“, forderte Tschöpe. Gleichzeitig hofft er, dass ein hauptamtlicher Gerätewart eingestellt wird – das hatte er bereits während der Dienstversammlung im vergangenen Jahr gefordert. Bislang müssen sich die Freiwilligen Urlaub nehmen, wenn ein etwa Fahrzeug zum TÜV muss.

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