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19-Jähriger Springer hat in der Klinik randaliert

SPRINGE. In einer Entziehungsklinik in Wunstorf hat ein 19-jähriger Springer randaliert: Im April zerstörte er dort eine Fensterscheibe und demolierte den Außenspiegel eines parkenden Autos. Wegen Sachbeschädigung verurteilte ihn der Jugendrichter am Springer Amtsgericht.

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Autor:

Anne Brinkmann-Thies

Der 19-Jährige muss zwei sozialen Trainingskurse besuchen. Zudem muss er den 80 Euro für das Spiegelglas an die Fahrzeughalterin zahlen.

„Ich erinnere mich nur daran, die Scheibe kaputt gemacht zu haben“, erklärte der junge Mann vor Gericht. Weil er gemeinsam mit einem anderen Patienten während des Ausgangs Alkohol getrunken hatte, habe er einen Filmriss, berichtete er weiter. Das Phänomen kenne er von sich. „Wenn ich was trinke, weiß ich meist nicht mehr, was passiert ist“. In Behandlung begeben hatte sich der junge Mann selbst - nicht nur seinen Alkohol- sondern auch seine Drogensucht wollte er damit in den Griff bekommen.

„Ich wollte in die geschlossene Abteilung aufgenommen werden, das wurde mit aber verwehrt“, berichtete er. Direkt nach den Vorfällen im April sei er dann für zwei Wochen doch noch in der geschlossenen Abteilung untergebracht gewesen.

Dass der junge Mann nicht nur die Fensterscheibe zerstört hat, davon zeugten Blutanhaftungen an dem zerborstenen Außenspiegel des Autos. Das gehörte einer Krankenschwester. „Als ich vom Nachtdienst kam, habe ich zunächst nur den kaputten Spiegel bemerkt und die Polizei gerufen“, berichtete sie in einer Zeugenaussage vor Gericht. Das Blut entdeckte sie am nächsten Morgen. Ein Test ergab, dass es sich um das Blut des Angeklagten handelte.

Weil der junge Mann in jener Nacht nicht aufhörte zu randalieren, nahm in die Polizei zur Ausnüchterung in Gewahrsam. Der Angeklagte sei sehr aufgebracht und ziemlich betrunken gewesen, sagte ein Polizeibeamter vor Gericht.

In der Klinik konnte der junge Mann zu dem Zeitpunkt nicht bleiben: Der 19-Jährige habe kurz zuvor die Behandlung beendet. Weil er sich nicht beruhigen ließ, erteilte ihm ein Bereitschaftsarzt einen Platzverweis. Inzwischen habe er seinen Drogenkonsum beendet – Alkohol trinke er nur noch in Maßen und am Wochenende, sagte der 19-Jährige.

Bei einem sozialen Wochenend-Trainingskurs des Vereins für Bildungamaßnahmen im Arbeits- und Freizeitbereich (BAF) soll der junge Mann nun die Tat aufarbeiten. Zudem muss er an einem Lebensberatungsangebot der katholischen Kirche teilnehmen.

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