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19-Jährige wegen Unterschlagung eines Handys verurteilt

Licht in eine verschlungene Kette rund um ein verschwundenes Handy und die Rolle einer 19-jährigen Bennigserin musste das Jugendgericht am Springer Amtsgericht bringen: Weil sie ein gestohlenes Handy nicht wieder an die Eigentümerin zurückgegeben hatte, musste sich die 19-Jährige wegen Unterschlagung verantworten.

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Autor:

Anne Brinkmann-Thies

Auf einer Gartenparty im September vergangenen Jahres wurde einer jungen Frau das Handy gestohlen. Das ging vom Dieb über mehrere Stationen, bis es schließlich bei der Angeklagten landete. Sie habe dem Bruder der Bestohlenen versprochen, sich um die Wiederbeschaffung zu kümmern, erklärte die Angeklagte. „Ich habe es auch herausgefunden“, erklärte sie. Die Übergabe erfolgte im Springer Volkspark durch eine weitere Bekannte der Bestohlenen. „Ich habe das Handy von ihr bekommen“, gab die Angeklagte zu. Bei der Übergabe mit dabei gewesen sei auch ein Freund von ihr, von dem sie nur den Vornamen kenne.

Dieser Freund habe ihr dann vorgeschlagen, dass Handy zu verkaufen. Das aber habe sie abgelehnt. Der Freund habe sie dann eingeladen, in Springe noch gemeinsam einen Döner zu essen. Während sie im Restaurant auf der Toilette war, sei ihr Bekannter verschwunden - und habe das Handy mitgenommen. Seither habe sie keinen Kontakt mehr zu ihm. Sie wisse weder seinen Nachnamen noch, wo er wohne.

Allenfalls über dessen Schwester können sie telefonisch einen Kontakt herstellen. Der Aufforderung der Staatsanwältin, ihr die Nummer zu geben, um die Angaben zu überprüfen, verweigerte sich die junge Frau. „Ich gebe doch keine Nummern raus“, erklärte sie. Immer wieder betonte die junge Frau: „Ich wollte doch nur helfen“. Doch weder der Jugendrichter noch die Staatsanwältin glaubten ihr die Geschichte mit dem Freund.

Denn den Bericht über den vermeintlichen Freund, der wiederum ihr das Handy gestohlen haben soll, erzählte die junge Frau vor Gericht plötzlich zum ersten Mal. Bei vorangegangenen Aussagen war davon nicht die Rede gewesen. Zudem hatte sie dem Bruder der Bestohlenen per Whatsapp geschrieben, dass sie das Handy gar nicht bekommen habe.

Das sei dumm gewesen, räumte die Angeklagte ein. Sie habe damit vertuschen wollen, dass das Telefon – kaum habe sie es bekommen – schon wieder weg sei. Doch das Gericht wertete das als Schutzbehauptung, „Ich finde es schade, dass sie mir nicht glauben“, erklärte die Angeklagte unter Tränen. Sie habe nur etwa Gutes tin wollen. „Jetzt bin ich die, die gearscht ist“.

Von der 500-Euro- Geldauflage soll die Bestohlene 100 Euro bekommen, die restlichen 400 Euro soll die Angeklagte an eine Einrichtung der Jugendgerichtshilfe zahlen. Zur jetzigen Verhandlung war die junge Frau polizeilich vorgeführt worden, nachdem sie zu einem ersten Prozesstermin nicht erschienen war.

Der Dieb des Handys wird von der Staatsanwaltschaft übrigens gesondert verfolgt.

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