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Diebstahlserie und Körperverletzung / Rentnerin rührt mit ihrer Aussage zu Tränen

18-Jähriger muss zwei Jahre in den Knast

Springe (jemi). Als die 82-jährige Rentnerin von ihrem Leid erzählt, von ihrer Angst, da gibt es kaum jemanden im Gerichtssaal, der nicht schlucken muss. Der 18-Jährige Springer, der in ihre Wohnung eingedrungen ist, wird am Ende der mehrstündigen Verhandlung zu zwei Jahren und zwei Monaten Gefängnis verurteilt – wegen einer ganzen Reihe von Delikten.


Im Februar war es, als der Angeklagte durch das Schlafzimmerfenster in die Wohnung der alten Dame stieg, um nach Essen und Geld zu suchen. Gestern erinnerte sie sich noch einmal daran, wie er ihre Steppdecke vom Bett zog und plötzlich vor ihr stand., Sie habe fast „einen Herzschlag“ bekommen, sagte sie. Die Rentnerin sei noch am nächsten Morgen sehr verschreckt gewesen und habe verweint auf dem Sofa gesessen, berichtete die Pflegerin der 82-Jährigen.

Der Einbruch mit versuchtem Diebstahl ist aber nur eine der Taten, die der 18-Jährige begangen haben soll. Angeklagt war er auch noch wegen Diebstahls in neun Fällen, gefährlicher Körperverletzung und versuchten Raubs (NDZ berichtete). Neben ihm saßen auch noch zwei weitere Jugendliche auf der Anklagebank, mit denen gemeinsam er Ende 2009 und Anfang dieses Jahres einen wahren Beutezug unternommen hatte.

Der 18-Jährige kam gestern mit Fesseln an den Füßen ins Amtsgericht – und so verließ er es auch wieder: Richterin Vanessa Brandt verurteilte den Springer am Ende zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten. Eine Bewährung sei nicht in Frage gekommen. „Das ist uns nicht leicht gefallen“, so Brandt. Allerdings müsse man sehen, dass der Angeklagte den „Warnschuss“ der Untersuchungshaft nicht wahrgenommen habe. Auch die Hilfsdienste, die er nach dem jüngsten Urteil auferlegt bekommen hatte, habe er nicht geleistet. Im Gegenteil – er sei sehr uneinsichtig gewesen: „Ich habe keine Lust zu arbeiten, wenn ich dafür kein Geld bekomme“ – so soll er die Ersatzdienste abgelehnt haben. Richterin Brandt begründete die Gefängnisstrafe außerdem mit Zweifeln daran, dass der junge Springer aus eigenem Antrieb sein Leben in feste Bahnen lenken könne.

Im Fall der Körperverletzung erkenne sie nicht nur fehlende Kontrolle im Verhalten des jungen Mannes, sondern auch mangelndes Verantwortungsgefühl. Der Angeklagte hatte sich bei einer Party provozieren lassen und einem anderen Jugendlichen eine Bierflasche auf den Kopf geschlagen.

Für die Einbrüche in Springer Geschäftsräume und Privatwohnungen kam der 21-jährige Mitangeklagte trotz zahlreicher Vorstrafen mit einer Bewährungsstrafe davon. Der Dritte im Bunde muss 80 Sozialstunden leisten.

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