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16-Jähriger wegen des dreifachen Diebstahls vorm Amtsgericht

SPRINGE. Weil sie in drei Fällen Metallschrott geklaut haben sollen, mussten sich zwei Brüder jetzt vorm Amtsgericht verantworten. Während das Verfahren gegen den älteren Bruder (20) eingestellt wurde, wurden dem jüngeren Bruder (16) 80 Sozialstunden auferlegt.

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Sandra Hermes Redakteurin zur Autorenseite

Gemeinschaftlich sollen sich die beiden Springer im Februar und März dieses Jahres dreimal Zutritt zu fremden Grundstücken in Seesen verschafft und dort Metallschrott entwendet haben.

„Über den Verkauf von Altschrott finanzieren wir unseren Unterhalt“, machte der 20-Jährige deutlich. Darum seien sie immer und überall auf der Suche nach dem Altmetall. Sie seien bei ihren Streifzügen davon ausgegangen, dass es sich bei den Kupferrohren, Wasserhähnen und Alufelgen, die sie an sich genommen haben, um Müll handelte.

Der 16-Jährige gab die ersten beiden Diebstähle zu – nicht aber den dritten. „Wir haben in diesem Fall nichts geklaut, uns ist der Metallofen geschenkt worden“, ließ der gebürtige Rumäne über einen Dolmetscher erklären. Es stimme, dass sie unerlaubterweise das Grundstück betreten hätten und den Metallofen an sich genommen hätten. „Aber der Nachbar des Eigentümers hat uns gesehen und uns aufgeklärt, dass wir den Ofen nicht einfach so mitnehmen können,“ sagte der 16-Jährige.

Daraufhin hätten er und sein Bruder das Metallstück auch wieder zurückgestellt. „Ein paar Tage später sind wir wieder hingefahren und haben den Besitzer gefragt, ob er uns den Ofen überlässt und er hat zugestimmt.“

Die Aussage des Angeklagten bestätigte der Besitzer des Ofens vor Gericht. „Nichtsdestotrotz gefällt es mir nicht, dass Fremde einfach so mein Grundstück betreten, wenn ich nicht zuhause bin und Gegenstände entwenden.“ Warum er den Ofen denn nicht schon längst entsorgt hätte, wollte die Staatsanwaltschaft von dem Besitzer wissen. „Weil ich mehr Schrott ansammeln wollte, um bei Bedarf einen Alteisenhändler zu informieren“, sagt der Zeuge.

„In Deutschland ist es nicht erlaubt, einfach so Müll mitzunehmen, wenn man nicht dafür beauftragt wurde“, erklärte die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten. „Auch wenn das viele Deutsche auch nicht wissen und sich einfach am Sperrmüll bedienen.“

Weil der Angeklagte bereits wegen ähnlicher Verfahren vor Gericht stand, beantragte die Staatsanwaltschaft, die Ableistung von 80 Sozialstunden innerhalb von vier Monaten. In der Begründung hieß es: „Zwar kommt der Angeklagte aus einem anderen Kulturkreis, aber aus vorangegangenen Verfahren weiß er, dass sein Handeln in Deutschland nicht erlaubt ist.“ Dieser Auflage stimmte der Jugendrichter vollumfänglich zu.

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