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123 Paare wollen sich das Ja-Wort geben

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Autor:

von saskia helmbrecht

SPRINGE. Es soll einer der schönsten Tage des Lebens sein: Die Hochzeit. Da dürfen die richtigen Ringe, riesige Torten und das weiße Brautkleid natürlich nicht fehlen. Aber auch der Ort muss stimmen. In Springe haben die zukünftigen Ehepaare insgesamt fünf Möglichkeiten, zu heiraten. Bis Ende des Jahres möchten sich in Springe 123 Paare das Ja-Wort gegeben, im vergangenen Jahr waren es 111. „Das ist ein positiver Trend“, sagt Standesamtsleiterin Martina Haugwitz. Die Zahlen bleiben konstant, nur das Jahr 2011 fällt mit gerade einmal 94 Trauungen auf.

Seit diesem Jahr können sich die Springer erstmals in der Schmiede von Andreas Rimkus trauen lassen. Damit wollte die Stadt vermehrt auch Ehewillige von außerhalb anlocken. 32 Paare kamen 2016 aus dem Umland, immerhin acht mehr als im Vorjahr. „Es gibt mehr Paare, die zur Trauung nach Springe kommen, als Springer, die sich in anderen Gemeinden trauen lassen möchten“, weiß Standesamts-Mitarbeiter Thomas Konior. 25 Paare aus Springe haben sich für eine andere Stadt entschieden.

Die meisten Eheschließungen finden nach wie vor im Alten Rathaus statt: 60 Paare tauschen 2016 dort ihre Ringe aus, dicht gefolgt vom Gutshof Jeinsen in Gestort, dort heiraten 55 Verliebte. „In Gestorf hatten wir sogar schon Paare aus Hamburg oder München, das wird sehr gut angenommen“, so Haugwitz.

Eine „raketenschnelle“ Entwicklung habe die Paradiesschmiede von Rimkus hingelegt: Drei Trauungen 2016: „Es dauert ein bis zwei Jahre, bis sich ein neuer Ort etabliert hat, das Angebot muss sich erst rumsprechen. Dafür läuft es schon sehr gut“, fasst Haugwitz zusammen. Die Stadt habe mit dem neuen Angebot ein „Wunschfeld bedient“. „Damit haben wir einen richtigen Treffer gelandet.“ Auch Rimkus selbst ist zufrieden: „Dafür, dass das Konzept ganz neu ist, wird es gut angenommen.“

Etwas abgeschlagen sind das Jagdschloss und das Museum: „Mit der Möglichkeit einer Trauung im Museum wollen wir einen barrierefreien Raum anbieten. Das müssen aber viele Paare zum Glück nicht in Anspruch nehmen“, so Haugwitz. Ein Paar heiratet dieses Jahr im Museum auf dem Burghof, im vergangenen Jahr waren es zwei Eheschließungen.

Im Jagdschloss möchten sich, bis Ende des Jahres nur vier Paare das Ja-Wort geben. „Das ist eine Preisfrage. Wir konnten die Jagdschloss-Verantwortlichen noch nicht überzeugen, einen Preis pro Paar anzubieten“, sagt Haugwitz. Interessierte müssen bisher die Miete pro halbem Tag aufbringen. „Fünf Möglichkeiten zum Heiraten zu haben, das ist für eine Kleinstadt schon sehr gut.“

Am liebsten heiraten die Springer in den Sommermonaten, im Januar, Februar und November treten nur wenige vor den Altar. „Der Dezember ist aber ein heißer Monat für Eheschließungen. Da entscheiden sich noch viele spontan und kurzfristig für eine Hochzeit.“

Geheiratet wird in Springe in jedem Alter: „Das ist eine bunte Mischung, meist zwischen 20 und 40 Jahren“, sagt die Standesamts-Chefin. Oft kommen Springer mit Migrationshintergrund in die Einrichtung. Haugwitz: „Die Gespräche dauern meist doppelt so lange, weil ein Dolmetscher erst alle Anträge übersetzen muss.“

Insgesamt bleibt die Zahl der Eheschließungen seit 1974 recht konstant. Hochzeit der Hochzeiten war 1992: 202 Frischvermählte gab es damals. Dicht gefolgt von 1974, da heirateten 186 Springer. Dennoch: Trotz des demografischen Wandels steigt die Zahl der Hochzeiten sogar wieder an.

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