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Zivilcourage: 22-Jähriger unterstützt Polizisten

BAD MÜNDER. Wenn jemand in Not ist, sollte man helfen – so jedenfalls der Grundsatz. Tatsächlich in die Tat setzen es allerdings nur wenige um. Zu denen, die nicht wegsehen, gehört Erik Knäbel. Der 22-Jährige zögerte keinen Moment, als er eine brenzlige Situation am Straßenrand erkannte.

Erik Knäbel an der Ecke Bahnhofstraße/Angerstraße, an der er am Montagabend einem Polizisten in Zivil zu Hilfe kam. Foto: Lindermann
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Johanna Lindermann Redakteurin zur Autorenseite

Knäbel arbeitet im Jugendzentrum „Point“ in Bad Münder, wo er seine Ausbildung zum Erzieher beendet. Gemeinsam mit einem Kollegen war er Montagabend auf dem Nachhauseweg, als sie gegen 19.30 Uhr ein unbeleuchtetes Auto mit Warnblinkanlage an der Ecke Bahnhof- und Angerstraße entdeckten. Schon gleich darauf sahen sie den Grund: Ein Polizist in Zivil hatte einen alkoholisierten Radfahrer auf dessen Fahrweise angesprochen, als es zum Tumult kam, da der betrunkene Radfahrer Gewalt gegen den zufällig in seiner Freizeit vorbeigekommenen Polizisten zeigte (wir berichteten).

„Das Aggressionspotenzial des Mannes hat man sofort gesehen“, sagt Knäbel, der auch Vorsitzender des Kreisjugendrings Hameln-Pyrmont ist. Er zögerte nicht eine Sekunde: „Ich bin sofort aus dem Auto gesprungen.“ Gemeinsam mit dem Beamten sei es ihm dann gelungen, den Radler, der mit Schlägen und Tritten gegen die beiden Männer vorging, auf dem Boden zu fixieren, bis die alarmierte Polizei eintraf. „Er hat sich stark gewehrt“, erinnert sich Knäbel. Auch er hat einen Tritt gegen das Bein abbekommen.

Bereuen tut er seinen spontanen Hilfseinsatz dennoch auf keinen Fall. „Es ist doch selbstverständlich, zu helfen“, meint Knäbel. „Für den Polizisten hätte die Sache ja sonst auch schlimmer ausgehen können.“ Zwar seien noch einige Autos vorbeigefahren, doch angehalten habe ansonsten niemand.

Für Knäbel war es auch nicht der erste Hilfseinsatz. Er habe bereits mehrfach in der Vergangenheit Erste Hilfe geleistet, wenn es nötig gewesen wäre, berichtet er. „Wenn man etwas sieht, muss man doch auch eingreifen“, davon ist der Auszubildende überzeugt. „Mir ist es wichtig, zu helfen.“

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