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71 Helfer der Feuerwehr im Einsatz / Ursache des Feuers noch unklar / Schaden: 100 000 Euro

Wohnungbrand hält die Retter in Atem

Bad Münder (jhr). Ein Großfeuer an der Rahlmühler Straße forderte gestern Nachmittag die Feuerwehr. Um 13 Uhr alarmierte die Leitstelle die Einsatzkräfte mit dem Stichwort „Wohnungsbrand“, erst um 17 Uhr meldete die Einsatzleitung vor Ort: „Feuer aus.“ Menschen wurden nicht verletzt, der Schaden wird auf rund 100 000 Euro geschätzt.


Für Einsatzleiter André Friedrich, der als einer der ersten Feuerwehrmänner an der Brandstelle eintraf, bot sich ein bedrohliches Szenario: Dichter Rauch waberte aus einer Wohnung im ersten Stock eines Hinterhauses, selbst unter den Dachziegeln des Hauses quoll Rauch hervor. Die Bewohner hatten das brennende Gebäude bereits verlassen. Unter Atemschutz drangen die ersten Trupps in die brennende Wohnung vor. „Wir konnten fast nichts sehen. Überall Feuer, dichter Qualm, große Hitze“, schilderte Feuerwehrmann Christian Sill seine Eindrücke.

Vor dem Haus verfolgten Holger Kruse und Johannes Weidner die Löscharbeiten. Sie hatten im Garten des Nachbarhauses – dort war erst vor einem Monat eine Gartenlaube Raub der Flamen geworden – gearbeitet, den Qualm gesehen und die Feuerwehr alarmiert. „Das war gut“, urteilte Friedrich, bei einer späteren Alarmierung wäre auch ein Nachbarhaus nicht mehr zu retten gewesen.

Das Problem der Einsatzkräfte: Das Feuer fraß sich durch eine Zwischendecke, drohte dadurch auf das Nenengebäude überzugreifen. Im Innern brannten Dachbalken und drohten einzustürzen, Friedrich zog seine Männer aus dem Gebäude ab und forderte weitere Einsatzkräfte an. Allein 16 Trupps arbeiteten unter Atemschutz an der Brandbekämpfung, eine ganz besondere Belastung bei den hochsommerlichen Temperaturen. „Maximal 20 Minuten, dann musste ich die Teams austauschen“, erklärte Friedrich. Kräfte aus Hachmühlen, Eimbeckhausen und der Stützpunkt Bakede wurden nachalarmiert, unterstützen die Münderaner beim Einreißen des Daches – die einzige Möglichkeit, Glutnester abzulöschen und ein erneutes Durchzünden des Feuers zu verhindern. „Etwa eine Stunde lang war die Situation sehr kritisch“, betonte Friedrich, sein Stellvertreter Ralf Behrendt ergänzte: „71 Feuerwehrleute, dazu 11 Helfer von Polizei, DRK und anderen Organisationen waren im Einsatz.“ Die Zusammenarbeit habe gut funktioniert, Anwohnen hätten die Einsatzkräfte mit Mineralwasser versorgt.

  • Nur noch heiß: Atemschutzträger Frederik Graf erfrischt sich.
  • Auf der Suche nach Glutnestern wird das Dach geöffnet.
  • Einsatzleiter André Friedrich (r.) instruiert einen Angriffstrupp. Fotos: jhr

Noch nicht abgeschlossen ist die Arbeit der Brandermittler: „Als Brandursache gehen wir derzeit von einem technischen Defekt an einem Gerät aus“, sagt Kripo-Chef Jürgen Keller. Heute werden die Beamten die Brandstelle erneut unter die Lupe nehmen. Das Haus ist zerstört, die Bewohner, ein 48-jähriger Mann im Obergeschoss und ein Ehepaar (36 und 45 Jahre alt) im Untergeschoss, wurden von Nachbarn und Familienangehörigen aufgenommen.

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