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Weihnachtsmarkt Bad Münder ist ein Begegnungsort

BAD MÜNDER. Silas und Otis haben keine Angst vor den Männern in den Tarnfleck-Uniformen. Immer wieder lassen sich die beiden Kinder von den Soldaten hochheben, um kleine Geschenke am frisch geschlagenen und vor dem Rathaus aufgestellten Weihnachtbaum zu befestigen. Nur eine von vielen Traditionen des Weihnachtsmarktes.

Das von viel Applaus begleitete Einlaufen des Lauftreffs gehört zu den unverzichtbaren Traditionen des Weihnachtsmarktes. Foto: Huppert

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Christoph Huppert Reporter

„Das ist für uns eine lieb gewordene Tradition“, bestätigt Major Christian Wölki von der Patenkompanie. Der 34-Jährige ist Chef der zweiten Kompanie des Pionierbataillons 130 aus Holzminden und ist mit Oberstabsfeldwebel Markus Hoppe sowie neun Kameraden auch in diesem Jahr wieder bei der Eröffnung des Weihnachtsmarktes mit dabei.

Die beginnt trotz klirrender Kälte in bewährter Manier mit einigen Liedern der 14 warm eingepackten Kinder des Waldkindergartens, die unter der Leitung von Beate Pohle-Kynast und ihrem zweijährigen Terrier Klaus neben dem „O Tannenbaum“ auch ein Schneelied anstimmen.

Schnee freilich fehlt, doch die Weihnachtsstimmung stellt sich nach der offiziellen Eröffnung durch Stadtbürgermeister Hartmut Büttner und Ortsbürgermeisterin Petra Joumaah wie von selbst ein. Büttner, der am gleichen Tag seine Silberhochzeit feiert, lässt es sich nicht nehmen, vor allem den Einsatz der Vereine, die den Markt wieder einmal möglich gemacht haben, zu loben.

Knapp 30 Stände seien zusammengekommen, so Thomas Slappa von der GeTour, die den weitaus älteren Traditionsmarkt zum neunten Mal organisiert. „Von Bürgern für Bürger, das ist unser Motto“, erklärt Slappa. Einige Wochen habe man mit den Vertretern der Vereine alles mit gewohnter Routine vorbereitet. „Dazu noch einige Stunden Nachtschicht, dann hat’s wieder mal geklappt“, so Slappa. Bewusst niedrige Standgebühren seien ein Dankeschön der Stadt für die Arbeit der Vereine.

Gleichwohl werde es für die nicht leichter, so der Vorsitzende der Wirtschaftsvereinigung, Uwe Ketelhake. Auch die hat den Weihnachtsmarkt wieder finanziell unterstützt. „Früher war der Markt direkt an der Kirche, aber leider geht das aus Brandschutzgründen nicht mehr“, bedauert der 57-Jährige.

Beim traditionellen Glühweintreff am Stand des Kur- und Verkehrsvereins, an dem diesmal Detlef Bischoff und Brunhilde Günther ausschenken, treffen sich wie alljährlich zahlreiche Ratsmitglieder und Mandatsträger. Der eine oder andere erwirbt die neu gestalteten roten Christbaumkugeln der Petri-Pauli-Stiftung, die Stiftungsvorstand Bettina Katz und ihre Helfer anbieten. Bürgermeister Büttner hört sich an der Bude der Rettungshundestaffel einige Sorgen von Bürgern an, gleich nebenan ereifern sich beim Glühwein Kommunalpolitiker im politischen Streitgespräch.

„Unser Weihnachtsmarkt ist vor allem ein Ort der Begegnung. Da kommen zu Weihnachten die Kinder nach Hause zurück, da trifft man sich, das ist ein Begegnungsort“, resümiert Büttner.

Und ein Ort mit vielen unverzichtbaren Traditionen: vom reich beklatschten Einlauf des Lauftreffs in Weihnachtsmannkostümen, den festlichen Klängen des Posaunenchors über Leckereien aller Art, deren Erlös die Kassen der Vereine aufbessert, bis hin zum Weihnachtsmann selbst. Der langt wieder tief in den Sack und beschenkt vor allem die kleinen Sänger des Waldkindergartens. Nicht nur für die ist klar: Wenn in Bad Münder Weihnachtsmarkt ist, stehen die Festtage kurz bevor.

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