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Wahlkampf mit Wechselkursen: FDP blickt auf Europa

BAD MÜNDER. Nur noch sechs Monate bis zur Bundestagswahl: Die Liberalen stimmen sich auf den Wahlkampf ein. Der FDP-Kandidat für Berlin stellte sich deswegen dem Stadtverband vor – in einer Grundsatzrede zum Thema Finanzen und Europa. Mit Springes Bürgermeister hatten die Liberalen auch die Kommunalpolitik im Blick.

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Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

Im Wintergarten des Kornhus hatten die Liberalen von der Lokalpolitik beim Nachbarn bis zum EU-Schuldenberg in Griechenland das gesamte politische Spektrum abgedeckt. Klaus-Peter Wennemann, der für Hameln-Pyrmont ins Bundesparlament einziehen will, eröffnete mit einer provokanten These: Die nächste Finanzkrise werde nicht aus den Vereinigten Staaten importiert werden, sondern entwickle sich gerade direkt in den europäischen Staaten.

Das machte der Hamelner unter anderem an der Lage in Griechenland fest: Dem Partnerland fehle es an einer Perspektive. Wennemanns liberale Lösung: Austritt aus dem Euro, Schuldenschnitt. „Der muss kommen“, stimmte Wennemann einem FDP-Mitglied zu.

Forderungen, die verhallen, wenn die Liberalen bei den Wahlen nicht punkten. Wie das klappen kann, versuchte Springfeld zu vermitteln: „Man muss authentisch bleiben, sein eigenes Programm machen.“ Das würde er jedem Wahlkämpfer hinter die Ohren schreiben. Seine zweite Kernaussage: „Ohne Facebook, ohne soziale Medien kann man heute nichts mehr gewinnen.“ Dass sich der Zugezogene gegen seine Konkurrenten im vergangenen Jahr durchgesetzt hatte, machte der gebürtige Oldenburger an diesen beiden Punkten fest.

Und die Partnerschaft mit der Nachbarstadt? Darüber diskutierte Springfeld eifrig mit den münderschen Liberalen – mit klaren Positionen: Bahnhof Deisterpforte: „Wenn da jemand zwei Millionen Euro investieren möchte, kann ich als Bürgermeister schlecht nein sagen.“ Trinkwasserversorgung? „Da hat Bad Münder offenbar viel zur Verfügung“, so Springfeld – und sprach sich für einen Lückenschluss in Richtung seiner Stadt am Deister aus.

Eine Fusion von Bad Münder und Springe, die ein FDP-Mitglied in den Raum geworfen hatte, verweigerte er aber doch sehr deutlich: „Das sehe ich eher in sehr ferner Zukunft.“ Er sei offen für alles, was Sinn mache, einen Zusammenschluss könne er sich aber derzeit nicht vorstellen.

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