weather-image
Mit dem Verkauf des Osterberges ergeben sich auch Neuerungen für die Nutzung der Vereinsheime

Veränderungen in der Hütten-Landschaft

Bad Münder (jhr). Rund ein Jahr ist es her, dass in den münderschen Gremien der Verkauf des städtischen Waldstücks Osterberg diskutiert wurde. Ein Aspekt, der die Politik beschäftigte, war die Zukunft der vier Vereinsheime im Osterberg – der Käufer würde die bestehenden Nutzungsverträge übernehmen, hieß es damals zur Beruhigung der Vereine. Dieser Passus bereitet einigen Vereinsvertretern inzwischen aber Probleme, denn der neue Waldbesitzer beruft sich auf eben diese Verträge.


Für Waldbesitzer Knut Welk muss es ein einschneidender Moment gewesen sein, als er im Mai in der Zeitung vom Einsatz des Hubschraubers „Phönix 93“ lesen musste, der zur Suche eines vermissten Gastes einer Party im Remmer-Heim der SPD über dem Osterberg kreiste. Die Frage der Haftung kam auf – und gipfelte in der Entscheidung des Waldbesitzers, die Vereine auf die Passage in den Verträgen hinzuweisen, nach der Veranstaltungen Dritter in den Heimen der Genehmigung durch den Waldbesitzer bedürfen. Diese Genehmigung versagte Welk unter Hinweis auf die ungeklärte Haftungsfrage – und schuf damit insbesondere dem SPD-Ortsverein und dem Förderverein der kinder- und jugendpolitischen Arbeit in Berlin deutliche Probleme. „Wir dürfen definitiv nicht mehr vermieten. Bei Zuwiderhandlung müssen wir 5000 Euro Strafe zahlen“, erklärt Micha Hertel, Vorsitzender des Fördervereins und zuständig für das Berliner Heim. Somit reduziere sich die Nutzung des Heims auf drei Ferienfahrten mit Berliner Kindern im Frühjahr, im Sommer und im Herbst.

Bemerkbar machen wird sich das Vermiet-Verbot auch in der Kasse des SPD-Ortsvereins. Bislang trug die Vermietung für Geburtstagsfeiern und Hochzeiten zur Finanzierung des Unterhalts bei, der immerhin eine Summe im mittleren vierstelligen Bereich ausmacht. Glücklich ist Ortsvereinschef Thomas Konior über das Verbot nicht. „Es ist, wie es ist“, sagt er aber und unterstreicht, dass der Ortsverein sich auf jeden Fall an das Verbot halten werde. Die Gespräche mit dem Besitzer seien „konstruktiv und sachlich“ und Konior hofft, zu einem späteren Zeitpunkt noch zu einer Lösung zu kommen.

Für das Velden-Heim der TuSpo wartet Vorsitzender Dieter Reckler derzeit auf einen neuen Vertrag, der bestehende läuft im kommenden Jahr aus. „Der Entwurf müsste täglich in der Post sein, dann sehen wir weiter“, erklärt er.

Verabschiedet hat sich unterdessen der Mandolinen- und Gitarrenverein von seinem Domizil – und dass, obwohl der Vertrag bis 2030 galt. „Aus gewichtigen Gründen und nach langer Überlegung“, erklärt Vorsitzender Bernd Wattig. Die Vereinshütte wurde an Waldbesitzer Welk übergeben. Abschied nahm der Verein mit einer Veranstaltung, bei der an die Geschichte der 1951 mit einem Konzert als „Theodor-Ritter-Gedenkhütte“ eingeweihten Unterkunft erinnert wurde. 60 Jahre Vereinshütte und 80 Jahre Mandolinen- und Gitarrenverein wurden mit Spielern und Zuhörern gefeiert, die der Hütte eng verbunden waren. Der letzte Hütten-Tag fiel vielen Vereinsmitgliedern dann doch schwer: „Mach’s gut, altes Haus“, hieß es – ein Abschied wie von einem alten Freund.

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare