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Solarstrom am Deister – auch für die Stadt Bad Münder?

BAD MÜNDER. Große Dachflächen, perfekte Ausrichtung nach dem Sonnenstand – wenn jetzt noch ein hoher Energieverbrauch hinzukommt, könnte die Fläche für eine Photovoltaik-Anlage ideal sein. Bislang gibt es in Bad Münder aber nur ein einziges kommunales Dach, das zur Energiegewinnung genutzt wird.

Unten Platz für Autos, oben Platz zur Energiegewinnung – an der Berufsgenossenschaftlichen Bildungsstätte wird eine Photovoltaikanlage installiert. Fotos: Rathmann
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Dass das einigen Politikern zu wenig ist, wurde erst kürzlich bei der Vorstellung der Pläne fürs neue Feuerwehrhaus deutlich. Sie forderten, das Thema bei der Neubau-Planung nicht aus dem Auge zu lassen – schließlich sei die Bereitstellung von Dachflächen eine gute Gelegenheit, zum Klimaschutz beizutragen. Architektin Daniela Heidrich und die Ingenieure der Kreissiedlungsgesellschaft (KSG), die für die Stadt bauen, wollen nun in der nächsten Sitzung des Fachausschusses Zahlen vorstellen. Drei Varianten werden berechnet: Die Vorbereitung des Daches zur Vermietung der Fläche an Dritte, die Vorbereitung zur späteren Vermietung sowie die Bestückung des Daches mit einer Photovoltaikanlage (PV), die von der Stadt betrieben wird.

Eine gute Möglichkeit, durch eine entsprechende Anlage Energie zu gewinnen, hatten einige Ratsmitglieder bereits beim Bau der neuen Sporthalle am Laurentiusweg gesehen. Der gewonnene Strom hätte für die Halle und die benachbarte Schule eingesetzt werden können. Die Stadt entschied sich letztlich gegen die Installation – aus verschiedenen Gründen: Die KSG hatte die Wirtschaftlichkeit mehrfach für eigene Dachflächen berechnet und auf PV-Anlagen verzichtet. Außerdem sollte die Halle mit Tageslicht beleuchtet werden können. Dafür waren zahlreiche Dachfenster notwendig, die die nutzbare Dachfläche einschränkten.

Die bislang einzige städtische Dachfläche, die mit einer Photovoltaikanlage bestückt ist, gehört auch zu einer Sporthalle. An der Friedrich-Ebert-Allee installierten Michael zur Heide und sein Vater Heinrich im Jahr 2009 eine Anlage, nachdem sie zunächst vergeblich versucht hatten, eine „Bürgersolar-KG“ ins Leben zu rufen. Für zunächst 25 Jahre gilt der Gestattungsvertrag, aufgebaut wurde eine Anlage mit einer Leistungsfähigkeit von 56 Kilowatt-Peak (KWp).

Heinrich zur Heide bedauert, dass sich die Stadt bei der neuen Sporthalle gegen eine Photovoltaik-Lösung entschieden hat. „Eigentlich hätte man das umsetzen müssen. Einen Großteil des benötigten Stroms hätte man sich vom Dach holen können“, sagt er. Zur Heide hofft, dass für das Feuerwehrhaus entsprechende Voraussetzungen geschaffen werden.

Mit dem Thema Photovoltaik haben sich in den vergangenen Monaten auch die Verantwortlichen der Berufsgenossenschaftlichen Bildungsstätte Hannover am Deisterhang befasst. Sie lassen derzeit auf ihrem Parkplatzareal vor dem Gebäude eine Überdachung installieren – unten sollen künftig Autos stehen, oben eine Photovoltaikanlage sauberen Strom produzieren und einen wesentlichen Beitrag zur Energieversorgung der Bildungsstätte leisten. „Was nicht selbst genutzt wird, wird ins Netz eingespeist“, sagt der örtliche Leiter Helmut Eickermann. Auf rund 1300 Quadratmetern Fläche wird die Anlage installiert, eine Nennleistung von 215 Kilowatt-Peak ist vorgesehen.

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