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Gastronom Marino di Tullio sieht viel ungenutztes Potenzial

Sein Ziel: Mehr Leben in die Stadt bringen

BAD MÜNDER. Er ist ein Macher. Einer, der nicht lange fackelt, sondern anpackt. Und das mit viel Erfolg. Marino di Tullio ist seit 1979 als Gastronom aktiv und hat seinen Betrieb zu einem Markenzeichen der Stadt gemacht. „Wir sind sehr zufrieden“, sagt der 57-Jährige und lächelt verschmitzt.

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Autor

Christoph Huppert Reporter

Im 2015 neu eröffneten „Dolmen“ an der Langen Straße herrscht Hochbetrieb.

Schon mit der Eröffnung des Eiscafés am aktuellen Ort hatte di Tullio nicht nur sich, sondern auch der Stadt einen Gefallen getan. Monatelang waren in Bad Münder Überlegungen angestrengt worden, wie eine Brandruine auf dem prominent gelegen Grundstück beseitigt werden könnte. Dann kam di Tullio, kaufte, baute und verlagerte seinen bestehenden Betrieb. Mit Erfolg. Jüngste Neuwerbung des emsigen Gastronomen ist nun das alte Haus schräg gegenüber in der Wallstraße. Älteren Münderanern ist es noch als Gaststätte Zur Post ein Begriff. „Da ist unten der Theatersaal drin und auch die Ecke an der Langen Straße, wo das spanische Restaurant drin war und die unter Denkmalsschutz steht, gehört dazu“, erklärt di Tullio.

Ein anderes Haus in der Marktstraße, gleich neben dem „Kornhus“ hatte di Tullio vor Jahren ebenfalls erworben und renoviert. Das Lokal, das er vor seinem Neubau bewirtschaftet hat, steht nun leer. „Vielleicht mache ich da ein Hotel garni rein, mal sehen“, sagt di Tullio. Es sei wichtig, dass „mehr Leben in die Innenstadt“ komme, so der rührige Geschäftsmann. Ein neues Lokal in direkter Nachbarschaft will er aber nicht einrichten. „Wir haben in Bad Münder sowieso ein Überangebot an gastronomischen Betrieben“, ist er sicher. Stattdessen denkt er über drei oder vier behindertengerechte Wohnungen nach. Auch im alten Theatersaal im Haus an der Wallstraße schlummern für di Tullio ungenutzte Möglichkeiten. Der Nachteil: Das Haus ist energetisch sanierungsbedürftig. Eine Gasheizung hat di Tullio bereits einbauen lassen, und auch der Mietvertrag mit der Deister-Süntel-Bühne ist verlängert worden.

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„Was soll man machen? Abreißen und komplett neu bauen?“ Di Tullio hat noch keine konkreten Pläne. Zusammen mit der Deister-Süntel-Bühnenchefin Brigitte Kolde ist er sich aber sicher, dass die Veranstaltungsfrequenz im seinerzeit für Turn- und Tanzveranstaltungen genutzten Saal deutlich erhöht werden könne. Im Zusammenspiel mit der Gastronomie des „Dolmen“ sieht er gute Möglichkeiten, in diesem Bereich der Stadt einen Kultur- und Veranstaltungsschwerpunkt zu schaffen. „Show, Operette, Vorträge, Feiern, vielleicht schon zur Karnevalszeit“, sagt di Tullio. Alles natürlich im Einvernehmen mit Brigitte Kolde, die mit ihren ehrenamtlichen Akteuren den Saal Ende 2015 in Schuss gebracht hat. Di Tullio weiß dieses Engagement durchaus zu schätzen: „Leben und leben lassen“ ist seine Devise, und deshalb gilt: „Die Bühne kann bleiben.“

Di Tullio macht sich allerdings über die grundsätzliche Entwicklung Bad Münders im Innenstadtbereich so seine Gedanken: Die Stadt sollte sich zu den Entwicklungsmöglichkeiten in diesem Teil Bad Münders einmal äußern, wünscht sich der investitionsfreudige Gastronom. „Die Verwaltung könnte ja mal eine Ratssitzung im Theatersaal abhalten“, regt er an.

Dann könne man vielleicht auch mal über eine Unterstützung in Sachen energetische Sanierung reden, spekuliert er. Für ihn steht fest, dass die mit dem Theatersaal verbundenen Perspektiven derzeit nicht einmal ansatzweise ausgeschöpft sind. Auch wenn zur Premiere des neuen Stücks der Deister-Süntel-Bühne am 13. Januar der Saal wieder voll sein wird.

Der Theatersaal an der Wallstraße könne eine echte Alternative zum Martin-Schmidt-Konzertsaal sein, vor allem im Zusammenspiel mit der Gastronomie. Di Tullio ist überzeugt: „Das könnte ein Impuls für die ganze Innenstadt sein.“

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