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Uni Big Band Kiel gastiert im Martin-Schmidt-Konzertsaal / Amateure spielen bei ihrer „Himmelfahrtstournee“ auf

Satter Big Band Sound von der Kieler Förde begeistert

Bad Münder (hzs). Einen „satten Sound“ hatte GeTour-Kulturmanager Thomas Slappa den knapp 100 Besuchern angekündigt. Zu Recht. Denn schon nach den ersten Takten von Glenn Millers „Little Brown Jug“ war klar, dass die Big Band der Universität Kiel den Sound des großen Swing-Meisters punktgenau getroffen hatte.

Ein beeindruckendes Konzert gab die Uni Big Band Kiel im Martin-Schmidt-Konzertsaal.  Foto: hzs

Gründer der Formation und Bandleader ist der seit zehn Jahren pensionierte Professor für Experimentalphysik Dr. Wolfgang Ende. „Das war damals, 45 bis 48, die Zeit, in der wir als Studenten nachts immer Übungsaufgaben gerechnet und dabei Swing auf AFN gehört haben“, erinnert er sich. 1987 gründete der Wissenschaftler dann die „Uni Big Band Kiel“. „Damals kamen die meisten Mitglieder aus Blas- und Posaunenorchestern und konnten nur auf eins und drei spielen, heute sind die Voraussetzungen durch die Vorarbeit der Schulen sehr viel besser“, lobt Enge seine Musiker. Außerdem spiele man nach der Devise „einfach aber genau“, ganz wie es sich für Naturwissenschaftler eben gezieme.

„In Kiel kann man zwar nicht Musik studieren, wir sind aber trotzdem absolut tournee- und ballfähig“, so die Saxofonistin Caro. Rund 140 Stücke, so die ehemalige Studentin, habe die Band im Repertoire. „Damit können wir etwa wie beim Uni Ball in Kiel locker fünf Stunden füllen.“

Die Hälfte der Musiker sind aktive Studenten, der Rest, so Wolfgang Enge, teile sich auf in „Familienväter, Ehemalige und Pensionäre“.

Bei nur zweieinhalb Übungsstunden pro Woche besitzt die Big Band einen hervorragenden Sound. Die Abstimmung zwischen Saxofon-, Posaunen- und Trompetensatz ist exzellent, und auch die Rhythmusgruppe überzeugte vor allem bei lateinamerikanischen Sambastücken.

In Bad Münder präsentierte die Band Klassiker wie Erroll Garners „Misty“, diverse Glenn Miller-Ohrwürmer, Richard Rogers „Blue Moon, Filmmusiken, Sambarhythmen sowie Rock- und Pop-Stücke. Auch einige ungewöhnliche Titel wie „Sandpaper“ von Leroy Anderson („Sandpapierstärke 371A“) begeisterten.

Bei allem Spaß und Spielfreude gingen die Musiker dennoch höchst konzentriert zu Werke und stellten sich, wie etwa der Saxofonist Rana Ghose oder der Chef Prof. Enge auf der Klarinette, in professionell aufbereiteten Soli vor.

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