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Hochwindschnüffler finden „Vermisste“ / Bundesverband prüft

Retter auf vier Pfoten: Hunde qualifizieren sich für Hilfseinsätze

Bad Münder (hzs). Jubelnd kommt Petra Ackmann aus dem Dickicht am Berliner Heim gestürmt. „Geschafft. Sie hat’s geschafft.“ Die Hundebesitzerin aus Rolfshagen im Auetal ist stolz auf ihren vierjährigen Bordercollie. Die Hündin hat gerade die für Rettungshunde vorgeschriebene jährliche Überprüfung bestanden. Die Aufgabe für „Easy to love“ war nicht einfach. Im Wald am Berliner Heim mussten zwei „Vermisste“ gefunden werden.


Seit eineinhalb Jahren ist „Easy“, ein Hütehund, dabei. „So ein Hund braucht Beschäftigung und Bewegung“, erklärt Ackmann. „Und eine spannende Sache ist das außerdem noch.“ Sechs weitere Rettungshundehalter warten auf die Prüfung. „Tessa“, ein Australian Shepherd, sitzt auf der Ladefläche eines Kombis und ist schon ganz aufgeregt. „Alle sind nervös, egal ob Hund oder Halter“, weiß Sascha Stelmaszyk. Der 29-jährige Berufsfeuerwehrmann aus Hameln ist Zugführer der Rettungshundestaffel. Pro Landkreis gibt es eine Staffel. Die in Bad Münder ansässige Staffel decke das Weserbergland und Teile von Schaumburg ab, erklärt er.

Der Prüfer vom Bundesverband nimmt derweil die Hunde und ihre Herrchen draußen im Wald genau unter die Lupe. Meist allerdings sind die Herrchen Frauchen. „Rund 80 Prozent“, so Stelmaszyk. Nur wer die Prüfung, die einem Hunde-TÜV ähnelt, besteht, der darf an „scharfen“ Einsätzen oder gar am Auslandskader der Deutschen Rettungshundestaffeln teilnehmen.

„Auch hier im Landkreis gibt es solche Einsätze“, berichtet Ella Hake, die mit ihrem zweijährigen Labrador „Emma“ erschienen ist. „In Hameln wurde im letzten Jahr ein Rentner vermisst. Feuerwehr und Polizei haben zwei Tage vergeblich gesucht. Auch mit Wärmebildkameras. Unsere Hunde hatten die Person in 20 Minuten.“

Nicht jeder Hund sei allerdings geeignet. „Dackel geht nicht, Boxer auch nicht“, so die Hundefreundin. „Das müssen Hochwindschnüffler sein, also Hunde, die die Nase ordentlich in den Wind halten können. Die finden alles.“

Ausgebildet werden die Hunde nach der Methode „Lob und Leckerli“. „Eigentlich sind es ganz normale Familienhunde, die wir zweimal in der Woche jeweils zwei bis drei Stunden lang ausbilden“, erläutert Stelmaszyk. Dazu komme dann noch der theoretische Unterricht. „Da braucht man ganz schön Ausdauer.“ So wie die Hunde bei der Vermisstensuche am Osterberg. Aber gefunden haben sie bislang noch jeden.

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