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Museumsteam Bad Münder schneidert historische Kleidung

BAD MÜNDER. Zehn Jahre ist es her, dass das Haus der Schuhmacherfamilie Kallmeyer in Bad Münder als Freilichtmuseum eröffnet wurde. Das restaurierte und historisch eingerichtete Fachwerkgebäude an der Kellerstraße soll mit Beginn der neuen Saison nun belebt werden.

Sigrid Petermann (v.l.), Gertrud Bünnig, Jutta Witthinrich, Kirsten Schlein, Sigrun Heyden und Brunhilde Günther arbeiten an der neuen Kleidung. Foto: Honig

Autor

Gerhard Honig Reporter

Dazu werden mehrere Museumsmitarbeiterinnen demnächst in zeitgenössische Kleidung schlüpfen – und die wird maßgefertigt.

Im Atelier von Sigrid Petermann sind derzeit flinke Frauenhände mit Nadel, Faden, Schere, Maßband, Schnittmusterbogen und Nähmaschinen zugange. Ihr Plan ist ehrgeizig: Kleider, Röcke, Schürzen aus Woll- oder Leinenstoffen sollen entstehen, in Schnitt und Farbe so authentisch wie möglich. Als Vorlage dienen die in der Museumssammlung vorhandenen historischen Kleidungsstücke, von denen entsprechende Schnittmuster abgenommen und den späteren Trägerinnen und auch einigen Trägern angepasst werden müssen. Denn auch einige der engagierten Schneiderinnen, die unter der fachkundigen Anleitung von Modedesignerin Petermann arbeiten, sollen demnächst in die zeitgenössischen Gewänder schlüpfen.

Mit der Belebung des Hauses der Familie Kallmeyer will das mündersche Museumsteam den nächsten Schritt gehen. Wurde das Haus bislang geöffnet, hatten Besucher Gelegenheit, sich die Räumlichkeiten und die Einrichtung mit Gerätschaften, Handwerkszeug und allem, was den Alltag der Menschen um 1880 ausmachte, anzusehen und sich von Mitgliedern des Museumsteams erläutern zu lassen. Nun soll zusätzlich noch mehr Leben einkehren – Kochen, Putzen, Fegen und alle anderen Verrichtungen im Haus werden demonstriert, sogar aus der großen Stadt kommt gelegentlich eine „Dame“ zu Besuch – an einem entsprechend „vornehmen“ Kleid schneidert Jutta Witthinrich.

Auch die „Slodderhaut“, eine Art Haube für Arbeiten unter freiem Himmel an sonnigen Tagen, wird nicht vergessen und setzt der historischen Verkleidung der Damen gewissermaßen das i-Tüpfelchen auf. „Das wird sicherlich großen Eindruck machen, wenn wir uns solchermaßen gekleidet im Haus bewegen. Besonders die Kinder werden so eine viel bessere Vorstellung vom Leben einer Handwerkerfamilie im Münder jener Zeit vor 135 Jahren bekommen“, sind sich die Damen am Schneidertisch einig. Einig sind sie sich auch darin, dass sie ohne Petermanns Unterstützung das Projekt nicht verwirklichen könnten. Aber: Sigrid Petermann gehört zum Team – und machte bereits mit einem anderen besonderen Projekt auf das Museum aufmerksam: Gemeinsam mit der Webmeisterin Christa Fiebig reproduzierte sie ein historisches Kleid für das Museum. Das Ergebnis der Zusammenarbeit ist im Wettbergschen Adelshof zu sehen.

Alle Aktivitäten und Sonderveranstaltungen sind auf der Webseite des Museums unter www.museum-badmuender.de zu finden.

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