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Meisterkonzerte Bad Münder: Finale mit Philharmonie Kiew

BAD MÜNDER. Sechsmal Meisterkonzerte im Martin-Schmidt-Konzertsaal, sechsmal Konzertvergnügen von renommierten Orchestern. Das Publikum weiß das zu schätzen und füllte ein ums andere Mal den Konzertsaal – so auch bei der letzten Ausgabe in diesem Jahr mit der Philharmonie Kiew und dem Solisten Antonii Baryshevskyi.

Antonii Baryshevskyi glänzt als Solist am Steinway-Flügel mit einer Komposition von Joseph Haydn. Foto: Krause

Autor:

Reinhold Krause

Als hochkarätigen Schlusspunkt in der Saison 2017 setzte die Philharmonie Kiew ein Ausrufezeichen. Rund 200 Besucher wollten sich das Schlusskonzert nicht entgehen lassen und erlebten einen Abend bester Unterhaltung. Opernhausatmosphäre bei der Ouvertüre zu Oberon, einer romantischen Oper von Carl-Maria von Weber (1786-1826). Weber komponierte den Dreiakter in den Jahren kurz vor seinem Tod, das im Londoner Royal Opera House am 12. April 1826 uraufgeführt wurde. Note für Note rief Mykola Dyadiura, Dirigent und Leiter der Philharmonie, das Können seiner 53 Orchestermitglieder ab. Abgestimmt und voller Einsatzfreude erzeugten die Musiker ein harmonisches Klangbild. Saite für Saite, ob an den Geigen, Cellos oder Contrabassen, die Streicher ließen die Luft vibrieren. Unterbrochen wurde sie von den Schlägen der Kesselpauken, die dann wieder dem Spiel der Flöten und Oboen wichen. Horn und Trompete meldeten sich aus der hinteren Reihe des Orchesters. Die Begeisterung des Publikums zeigte sich im starken Beifall, der auch dem 1988 in Kiew geborenen Klaviervirtuosen Antonii Baryshevskyi galt, Gewinner vieler internationaler Preise. Sein feinfühliges und dann wieder furioses Tastenspiel, im „Konzert für Klavier und Orchester in D-Dur“ von Joseph Haydn zeugte von seiner perfekten Profession. Mal leicht virtuos beim „Un Paco adagio“ bis kraftvoll beim „Rondo all‘ Ungarese: Allegro assai“, Dyadiura sorgte mit den Streichern für den perfekten Unterbau des Stückes, ohne Baryshevskyi zu überlagern.

Mit allen vier Sätzen der „Symphonie Nr. 4 in B-Dur“ von Ludwig van Beethoven setzten die Philharmoniker dem Konzert einen dicken Schlusspunkt. Die Besucher quittierten die exzellente Darbietung mit einem Riesenapplaus und entließen die Musiker erst nach einer Zugabe.

Im kommenden Jahr werden Freunde der Klassik auf einen Konzertabend verzichten müssen, es gibt nur noch vier Konzerte und einen Klavierabend. Generalmusikdirektor Volker Schmidt-Gertenbach kann aber erneut renommierte Orchester und Solisten nach Bad Münder holen: Am 1. Februar treten die Lemberger Virtuosen auf, am 4. März die Schlesische Philharmonie. Die Philharmonie Brünn gibt am 28. September ihr Gastspiel und am 22. November steht wiederum das Philharmonische Kammerorchester Wernigerode auf der Bühne. Den Klavierabend am 26. April bestreitet der Klaviervirtuose Chi Ho Han – ein bereits bekannter Gast in der Kurstadt. Den traditionellen Auftakt zu der nun 35. Meisterkonzertsaison feiert Schmidt-Gertenbach am 27. Januar.

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