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Zwei Münderaner (24 und 26) als Täter ermittelt / Diebesgut in eigenem Gartenhaus versteckt

Lauben-Nachbar gibt Brandstiftung zu

Bad Münder (jhr). Der Brand einer Laube in der Kleingartenkolonie Georgstraße (NDZ berichtete) von Mittwochnacht ist aufgeklärt. Zwei Münderaner, 24 und 26 Jahre alt, stellten sich gestern der Polizei und legten umfassende Geständnisse ab.


„Wir haben den Fahndungsdruck im Lauf des Mittwochs massiv erhöht“, erklärt Hauptkommissar Michael Rohde. Der 26-Jährige ist der Mann, der in der Nacht zum Mittwoch der Regionalen Leitstelle den Brand gemeldet hatte – angeblich, weil er in einer benachbarten Laube übernachtet und das Feuer bemerkt hatte. Da der Münderaner nach der Meldung spurlos verschwand, dafür aber bereits mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten war, konzentrierten die Beamten der münderschen Kripo einen Teil ihrer Ermittlungen auf ihn. Der 24-Jährige, ein Freund des Anrufers, wurde befragt, entschied sich aber im Beisein seines Anwalts, zunächst keine Angaben zu machen.

Polizisten intensivierten die Suche nach dem 26-Jährigen, sicherten parallel dazu die Spuren am Brandort. Sogar ein auf das Erkennen von Brandbeschleunigern spezialisierter Suchhund wurde eingesetzt. Zudem wurde bekannt, dass das Verhältnis zwischen dem 26-Jährigen und Besitzern anderer Lauben in der Kolonie, insbesondere zu zwei Brüdern in unmittelbarer Nachbarschaft, in der jüngsten Vergangenheit äußerst gespannt war.

Gestern Morgen dann das Geständnis: Die beiden Männer räumten ein, zunächst in die Gartenlaube von Uwe Grah eingedrungen zu sein und dort Gegenstände entwendet zu haben. Anschließend brachen sie auch die benachbarte Laube von Grahs Zwillingsbruder Fred Lutzke auf. Erst bedienten sie sich an Lutzkes Biervorrat, dann schütteten sie Benzin aus einer Maschine in der Laube aus und entzündeten es. „Sie haben angegeben, dem anderen Bruder ,auch noch eins auswischen’zu wollen“, erklärt Rohde. Da das Feuer schnell viel größere Ausmaße als erwartet annahm, rief der 26-Jährige die Feuerwehr.

Die gestohlenen Geräte entdeckten Rohde und seine Kollegen bei einer Durchsuchung nur wenige Meter von der Laube des Bestohlenen entfernt: Der 26-Jährige hatte sie in seinem eigenen Schuppen untergestellt.

Auf die beiden mutmaßlichen Täter kommt nach Einschätzung Rohdes nun ein Verfahren wegen Einbruchdiebstahls und Brandstiftung zu. „Sie müssen mit Sicherheit mit Freiheitsstrafen rechnen“, so Rohde. Entlastend könnte sich allerdings auswirken, dass sie zur Tatzeit alkoholisiert waren und durch den Einbruch in Erfahrung gebracht hatten, dass sich keine Personen in der Laube befanden, bevor sie das Feuer legten.

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