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KVV fordert neue Baugebiete für Bad Münder

BAD MÜNDER. Häuser in Bad Münder umbauen, Baulücken schließen und leere Wohnungen renovieren – das reicht dem Kur- und Verkehrsverein nicht aus. Der Verein stellt sich gegen das Wohnraumkonzept des Landkreises und fordert vehement neue Baugebiete.

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Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

Die Mitglieder um den KVV-Vorsitzenden Dieter Kölle fordern ein Entwicklungskonzept für die Kurstadt, das auch neue Grundstücke mit einschließt – um gegen den demografischen Wandel in Bad Münder zu kämpfen. Für denkbar hält Kölle die Bereiche oberhalb des Kurparks, hinter der Deutschen Klinik und auf der anderen Seite der Bundesstraße oberhalb der Friedhofskreuzung. „Im Grunde könnte man auch am Deisterhang bauen“, meint Kölle.

Der Verein sieht Bad Münder als Stadt am Randgebiet von Hannover als attraktiven Wohnort – die jüngst erschlossenen Grundstücke im Baugebiet nördliches Südfeld hätten dies gezeigt. Die Vowo GmbH, die das Gebiet entlang des Melkerwegs erschließt, spricht von einer sehr guten Bilanz für die 19 Grundstücke – denn 14 sind bereits verkauft, zwei reserviert und nur noch drei Flächen verfügbar.

Mit dem derzeitigen Angebot aber könne man jungen Familien nur begrenzt entgegen kommen, die ihr Eigentum individuell bauen und planen möchten, ist der KVV überzeugt. Kölle: „Man sollte nicht immer erst warten, bis mehrere Anfragen da sind, sondern schon im Vorfeld genügend Grundstücke anbieten können.“ Dabei hat er auch Vowo-Geschäftsführer Heiko Hobein auf seiner Seite: „Man sollte zumindest verschiedene Alternativen anbieten können.“ Bauanfragen würden sich aber größtenteils auf die Kernstadt beziehen: „Eine gewisse Infrastruktur wird einfach gefordert.“ Auf den Ortsteilen müsse man bedarfsorientiert planen. „Da sprechen wir von einzelnen Anfragen.“ Aber auch in Bad Münder würde in absehbarer Zeit kein Baugebiet mit mehr als 20 Grundstücken erschlossen werden, ist Hobein überzeugt.

Hobein sieht in neuen Baugebieten die Möglichkeit, interessierten Bauherren eine gewisse Vielfalt anzubieten – vom sanierten Fachwerkhaus in der Fußgängerzone bis hin zu kleinen und großen Grundstücken. „Man muss quasi dreigleisig fahren“, so Hobein.

Die Chance, preislich attraktive Bauflächen für Pendler anzubieten, solle die Stadt nutzen, ist Kölle überzeugt – schließlich seien höhere Einnahmen über Grund- und Einkommenssteuer sowie eine stärkere Kaufkraft die positiven Folgen für die Kurstadt. Hobein sieht außerdem den Trend, dass durch niedrige Zinsen der Grundgedanke nach einem Eigenheim derzeit noch befördert werde.

Die Vowo will das Angebot noch mit einer bereits bekannten Baufläche ergänzen: Die Grünfläche an der Osterstraße, gegenüber vom Kurpark. Das seit Jahren brach liegende Gebiet ist für Mehrparteienhäuser gedacht, von denen aber bisher noch kein Gebäude entstanden ist – auf der Tafel in der Kurve prangt sogar noch das alte Logo der Volksbank Bad Münder.

„Das soll neu überplant werden und in Kürze wieder in die Vermarktung gehen“, erklärt Hobein. Auf dem Papier auch ein neues Baugebiet. Große Veränderungen bei der Bauplanung seien aber nicht zu erwarten, lässt er durchblicken.

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