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Kunst von „Format“ aus Ostwestfalen in Bad Münder

BAD MÜNDER. Vielfalt – davon seien die Ausstellungen im Foyer des Martin-Schmidt-Konzertsaals geprägt, meint der für die Veranstaltungsreihe zuständige Thomas Slappa. Für den Tourismusmanager der Getour Grund genug, auch über die Landesgrenzen hinaus nach geeigneten Künstlern Ausschau zu halten. Er wurde wieder fündig.

Vielfalt im fixen Format: Christine Halm (von links) zeigt Porträts – zusammen mit Marion Basse und Leonore Franckenstein stellt sie im Foyer in Bad Münder aus. Fotos: Huppert

Autor

Christoph Huppert Reporter

Dieses Mal im Nachbarbundesland: Beim „Künstlerinnenforum Bielefeld-OWL“ hat Slappa neue Vielfalt gefunden.

Unter dem Motto „Format“ zeigen 15 von 19 Künstlerinnen zusammen 37 Arbeiten. Allen Kunstwerken gemeinsam ist die Beschränkung auf ein Format: 40 Zentimeter ist jedes Werk hoch beziehungsweise breit. „Format ist auch das Thema unserer Jahresausstellung“, erklärt Marion Basse, auf deren Vermittlung die Sommerausstellung im Foyer zustande gekommen ist.

„Der Künstler ist stets bestrebt sich frei von Zwängen zu machen“, so Slappa in seiner Einleitung. Die Beschränkung auf ein vorgegebenes Format jedoch stehe dem eventuell entgegen. Jeder brauche und suche da nach seiner individuellen Lösung, entgegnete Basse im Gespräch mit Slappa, und umriss die Grundidee der Ausstellung. Viola Richter-Jürgens las dazu einen erklärenden, „Format II“ betitelten Text von Heike Willms. „Eingeordnet, untergeordnet, übergeordnet“, heißt es da, „werden wir Künstler und Künstlerinnen da anders herausgefordert, als das sonst der Fall ist.“ Durch die Beschränkung des Formats werde der innere Prozess jeder Arbeit, sei er bewusst oder unbewusst, in den Fokus gerückt.

Und so stehen die gleichformatigen, „Amor Dioskurdis“ und „Cantus Canticorum“ benannten Bewältigungsbilder von Almuth Wessel, die in der Auseinandersetzung mit dem Tod eines Bekannten entstanden sind, neben fotorealistischen Portraitbildnissen von Christine Halm und in Digitalart geschaffenen Werken von Rotraut Richter.

„Sommerfrische“, „Gaumenfreuden“ und „Farbexplosion“ hat Marion Basse ihre Bildkompositionen benannt.

Aquarelle, Pigmentzeichnungen, Fotografien auf Leinwand, Mischtechniken oder Holz- und Acrylmalerei sowie klassische Ölfarben – auch die benutzten Maltechniken lassen sich durch die Vereinheitlichung des Formats nicht auf einen Nenner bringen. „Format heißt gegen Widerstände und Zweifel angehen“, so die Vorsitzende der Vereinigung, Leonore Franckenstein. Sie betonte den interdisziplinären Charakter der Organisation. Die gezeigten Arbeiten sind vor allem Auseinandersetzungen der Künstlerinnen mit sich selbst. „Was will ich? Ich will jedenfalls nichts erklären“, so Viola Richter-Jürgens in ihrem Text. „Finden sie eigene Antworten“, ermutigte sie das Publikum, „Das was in ihrem Betrachten steht, ist richtig.“
Die Ausstellung „Format“ ist noch bis zum 20. August während der Öffnungszeiten der Getour im Foyer zu sehen.

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