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Kritik aus Hasperde: Feuerwehrmitglieder enttäuscht

HASPERDE. Ihre Motivation hat arg gelitten, das sagen sie ganz offen. Was die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Hasperde ganz besonders ärgert ist der Umgang mit ihnen und ihren Vorschlägen – Wertschätzung werde ihrem ehrenamtlichen Engagement weder von Politik noch von Verwaltung entgegengebracht.

Vier von sechs aktiven Feuerwehrmännern in Hasperde – Ulf Wienecke (v.l.), André Gudde, Dennis Kühn und Dirk Schierholz sind mit dem Verlauf der Diskussion über die Empfehlungen des Feuerwehrbedarfsplans nicht einverstanden, sie fühlen sich nicht ern
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Bereits vor der öffentlichen Vorstellung des ersten Feuerwehrbedarfsplanes der Stadt, den der Rat in seiner morgigen Sitzung verabschieden soll, war eine Schließung der Feuerwehr in Hasperde als mögliche Empfehlung der Gutachter erwartet worden. Das kam nicht komplett unerwartet, war der Personalstamm der Feuerwehr bereits unter der Leitung des mittlerweile ausgeschiedenen Ortsbrandmeisters Joachim Möller doch derart ausgedünnt, dass die Ortswehr Anfang 2016 vor der Auflösung stand. Allerdings: Im Ort formierte sich eine Initiative, die dem drohenden Aus begegnen wollte. Vier Einwohner erklärten sich bereit, sich ausbilden zu lassen und der Feuerwehr beizutreten – im April 2016 konnte Stadtbrandmeister Carsten Koch, der die Leitung kommissarisch übernommen hatte, Entwarnung geben: Der Fortbestand der Ortsfeuerwehr Hasperde schien vorerst gesichert. Eine Aussage, die bis zur Vorstellung des Feuerwehrbedarfsplanes Ende September Bestand hatte. Die Zusammenlegung kleiner Ortswehren mit benachbarten Feuerwehren wird in gleich drei Fällen, für Böbber, Hasperde und Luttringhausen, im Plan empfohlen.

Für die Mitglieder der Hasperder Wehr ein Schock. „Uns war signalisiert worden, dass in Bad Münder keine Feuerwehr aufgrund einer nicht erreichten Mindeststärke geschlossen würde, da es auf jeden aktiven Kameraden ankomme“, erklärt André Gudde. Der Bestand der Wehr vor Ort war für ihn und seinen Schwager Dennis Kühn ein Grund, beizutreten und viel Freizeit in die Ausbildung und Dienste zu investieren.

Dass die Situation in Hasperde schwierig ist, ist den Mitgliedern der Feuerwehr durchaus bewusst – was sie nicht verstehen: „Als Begründung für eine Schließung werden uns immer wieder rechtliche Gründe genannt. Aber: Nicht nur Hasperde erreicht die festgelegte Mindeststärke nicht, auch andere Wehren. Und das Problem besteht seit mindestens zehn Jahren – warum jetzt gehandelt werden muss, wird nicht deutlich“, so Gudde. Dirk Schierholz, der sich in Lehrgängen auf die Übernahme des Ortsbrandmeister-Postens vorbereitete, vertritt die Auffassung, dass ein „Exempel statuiert“ werden solle: „Die Stadt hat kein Interesse an einer vernünftigen Lösung.“ Der Kreisbrandmeister sei einer der wenigen, der zu Gesprächen mit den Mitgliedern der Ortsfeuerwehr bereit gewesen sei – er habe deutlich gemacht, dass kein Gesetz die Schließung einer Wehr verlange.

Kühn verweist darauf, dass im Bedarfsplan eine Zusammenlegung der Hasperder Wehr mit anderen Wehren vorgeschlagen wird, nicht die Schließung. Das könne in der Konsequenz bedeuten, dass die Hasperder Wehr als Löschgruppe in der Flegesser Wehr geführt werden könnte. Einen entsprechenden Vorschlag unterbreiteten die Hasperder auch Bürgermeister Hartmut Büttner.

Teil des Vorschlags ist auch der Verbleib des derzeit in Hasperde stationierten Fahrzeugs im Feuerwehrhaus Hasperde – zumindest so lange, wie dadurch keine größeren Kosten entstehen. „Warum wird in anderen Wehren ein Zeitfenster von zehn Jahren zur Beseitigung der Mängel am Gebäude eröffnet, Haspede soll aber gleich geschlossen werden? Das ist nicht nachzuvollziehen“, sagt Gudde.

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