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Kritik an Feuerwehr-Planung wird lauter

BAD MÜNDER. Rolf Wittich ist „stinksauer“. Er sagt es laut in dieser Ortsratssitzung – und Verständnis äußern in diesem Fall auch die, die sonst nicht die Auffassung des Bakeder Ortsbürgermeisters teilen. Und so kommt es dazu, dass das Votum des Ortsrates in einer Ablehnung seinen Niederschlag findet.

Im Einsatzfall sollen sie schnell und effektiv Hilfe leisten können – dafür soll der Bedarfsplan der Feuerwehr das notwendige Personal und die notwendige Ausstattung sichern. Die Verbesserung der Sicherheitsstandards in den Gerätehäusern ist Absicht
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Der Ablehnung der Planung, die den städtischen Haushalt voraussichtlich wie keine andere der kommenden Jahre belasten wird.

Feuerwehrbedarfsplan und Konzepte zur Behebung der von der Feuerwehrunfallkasse (FUK) beanstandeten Mängel werden derzeit aber nicht nur in Bakede in ihre Einzelteile zerlegt, auch in anderen Ortsräten und Ortsbrandmeister-Stellungnahmen hagelt es Kritik. „Dilettantismus“ und „stümperhaft“ lauten einzelne Urteile, vielfach wird auch das geringe Zeitfenster moniert, das den Feuerwehren kaum Gelegenheit zur intensiveren Auseinandersetzung mit den im FUK-Konzept vorgeschlagenen Maßnahmen gebe. Dabei gelte es, so lassen es Feuerwehrvertreter durchblicken, sorgsam und mit Bedacht an die Planung heranzugehen. Schließlich solle das, was entwickelt wird, mindestens die kommenden 20 Jahre überdauern.

In anderen Ortsräten wiederum wird deutlich, dass die Planung begrüßt wird, die Bereitschaft der Stadt, massiv in die Feuerwehren zu investieren, gut ankommt und als Anerkennung des ehrenamtlichen Engagements der Freiwilligen gewertet wird. Aber auch in diesen Orten werden in der aktuellen Situation Begehrlichkeiten deutlich. Als „Wünsch-dir-was“-Einladung charakterisierte kürzlich ein Ratsmitglied hinter vorgehaltener Hand die Reaktionen auf die FUK-Konzepte. Tatsächlich drängt sich bei einigen Stellungnahmen der Eindruck auf, dass die eigentliche Intention der Konzepte aus dem Blick gerät. Wenn beispielsweise geplante Räume im Feuerwehrhaus-Neubau für die Kernstadt mit der Begründung abgelehnt werden, dass es vergleichbare Räume in den Feuerwehrhäusern der Ortsteile auch nicht gebe – dann wird dabei nicht bedacht, dass die Planung für die Feuerwehrhäuser in den Ortsteilen lediglich die Beseitigung der aufgelisteten Mängel zum Ziel hat.

Unter Druck hat sich die Verwaltung gesetzt, weil sie den Gesamtkomplex Feuerwehr möglichst mit dem Haushalt in der Sitzung am 7. Dezember beschließen lassen möchte. Kämmerer Marcus Westphal ist optimistisch, dass an diesem Zeitplan festgehalten werden kann – auch, wenn sich noch Verschiebungen in der von der Stadt vorgeschlagenen Prioritätenliste erbeben können. Er macht auf NDZ-Nachfrage deutlich, dass das vorgestellte FUK-Papier ein grundsätzliches Konzept sei, das einem permanenten Entwicklungsprozess unterworfen sein werde. Jährliche Überprüfungen der Feuerwehrunfallkasse sind vorgesehen, auch aus finanzieller Sicht müsse das Konzept immer wieder hinterfragt werden.

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