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Keramik-Künstlerinnen zeigen im Stuhlmuseum originelle Kunst

EIMBECKHAUSEN. Monika Schmalkuche ist hingerissen. Sie probiert vor einem Spiegel eine Schmuckkette nach der anderen aus. „Eine tolle Ausstellung“, schwärmt sie. Schmalkuche ist eine der viel zu wenigen Besucher der Ausstellung von Keramikkunst der Eimbeckhäuserin Heidi Matthies und Uschi Runge aus der Kernstadt.

Heidi Matthies (l.) und Uschi Runge präsentieren Keramikobjekte, die dem Bereich reiner Gebrauchskunst längst entwachsen sind. Fotos: Huppert

Autor

Christoph Huppert Reporter

Zum internationalen Museumstag zeigten die beiden Künstlerinnen ganz unterschiedliche Keramikobjekte von durchaus professioneller Qualität: Neben Schmuckketten stehen Vasen, Becher, Tiere, Schalen und Kugeln. Eine aus nachempfundenen Efeublättern geformte Kugel erinnert an einen Fußball und stellt einen reizvollen Kontrast zu den gleich daneben drapierten Stelen von Uschi Runge dar.

„Wir fertigen die Objekte in vielen verschiedenen Techniken an“, erklärt die aus Duingen stammende Runge. Am beliebtesten ist der japanische Raku-Brand, den auch Matthies favorisiert. „Bei der russischen Variante dieser Form des Brandes beispielsweise wird auf das frisch gebrannte, glühend heiße Objekt aus dem Gasofen eine Wasser-Mehl-Pampe aufgeblasen, wodurch viele unterschiedliche Zeichnungen entstehen“, erläutert Runge.

Die Zahl der Besucher der Ausstellung, die im und vor dem Stuhlmuseum zu sehen ist, bleibt auch zur Sonderöffnung am internationalen Museumstag sehr überschaubar. „Es ist wirklich schwer, einen guten Ausstellungsort zu finden“, seufzt Matthies, die diese Kunstform wie ihre Kollegin als Autodidaktin in Volkshochschulkursen und Weiterbildungen erlernt hat.

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Während in den Metropolen die Teilnahme- und Standgebühren mitunter zu hoch sind, fehlen andernorts Beachtung und Wertschätzung für die semiprofessionelle Qualität der gezeigten Arbeiten. Weder allzu viele Kunstbeflissene noch lokale Politiker haben bislang den Weg in die Eimbeckhäuser Ausstellung gefunden. Doch die beiden Keramikerinnen lassen sich davon nicht verdrießen.

Was sie zeigen, das ist rundum bemerkenswert. Etwa die von Runge präzise nach einer Abbildung gearbeitete Kopie der Himmelsscheibe von Nebra oder das vor dem Stuhlmuseum aus Keramik gefertigte Insektenhotel, das insbesondere die Aufmerksamkeit der Wunstorfer Lehrerin Petra Seeger findet. „Das will ich für meine Schüler gerne haben“, so die Pädagogin.

Verglichen mit anderen Keramikausstellungen ist das Angebot im Stuhlmuseum extrem günstig. Hier gibt es Keramikkunst zu Schleuder- und Schnäppchenpreisen. Die beiden Ausstellerinnen wissen, dass für derartige Objekte eigentlich wesentlich tiefer in die Tasche gegriffen werden müsste, denn längst haben sie den Bereich reiner Gebrauchskunst hinter sich gelassen. Und so hoffen sie, dass am letzten Ausstellungstag doch noch viele interessierte Besucher ins Stuhlmuseum kommen werden: am Sonntag, 3. Juni, ab 14 Uhr.

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