weather-image
22°

Jugendzentrum Point: Der Neustart beginnt mit Farbe

BAD MÜNDER. Viel wurde im auslaufenden Jahr gestritten um Ziele, Ausrichtung und Programm der Stadtjugendpflege. In der Kritik stand weniger das angebotene Programm, sondern vor allem die Außenwirkung und das Gebäude an sich. Mit einem Kunstprojekt soll im neuen Jahr nun der Startschuss für eine Runderneuerung starten.

Beim Point gibt es viele Baustellen – eine davon ist die Fassade. Dafür hat die Stadt Geld reserviert, die Stadtjugendpflege um Sozialpädagoge Frank Henning will sie in 2018 mit einem Kunstprojekt wieder herrichten. Foto: Archiv/NDZ
dittrich

Autor

Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

Geplant ist laut Fachdienstleiterin Sina Bruns ein Kunstprojekt: Eine Künstlerin aus Hannover wird die Jugendlichen im Point besuchen, die Neugestaltung der Fassade soll als Projekt realisiert werden. „Das ist ein kleiner Anfang“, erklärt Bruns.

Geld ist dafür im aktuellen Haushaltsentwurf bereits eingestellt. Das Gesamtkonzept für das Gebäude steht indes noch nicht. Aber: in den nächsten Monaten soll eine Maßnahmenliste erstellt werden. Dass es in dem Gebäude einige Baustellen gibt, war bei einer Visite des Bildungsausschusses deutlich geworden. Kritisch angemerkt wurde vor allem der Brandschutz, undichte Stellen im Dach und – allen voran – kaum zumutbare Toiletten.

Was Bruns wichtig ist: Was zuerst gemacht werden soll, was warten kann, was vielleicht anders umgesetzt werden kann – alles soll nicht nur in enger Absprache mit Stadtjugendpfleger Frank Henning und Erzieherin Manuela Schlißke passieren, sondern es soll immer auch eine Zusammenarbeit mit den Jugendlichen geben. Eine Prioritätenliste wurde von den Aktiven im Point bereits erarbeitet – die Sanitären Anlagen stehen weit oben. „Wir haben da eine sehr starke, aktive Kerngruppe aus Jugendlichen, aktuellen und ehemaligen Praktikanten“, lobt die Fachdienstleiterin die Aktivitäten im Point.

An die Baumaßnahmen anschließend soll trotzdem das Angebot des Point überarbeitet werden. „Dort gab es jahrelang dasselbe Konzept“, erläutert Bruns, „das so heute nicht mehr läuft.“ Vieles müsse sich bei der Ansprache der Jugendlichen verändern, um sie zum Beispiel von ihren Smartphones wegzukriegen. „Kochen und Backen ist zum Beispiel nicht mehr der aktuelle Wunsch“, sagt Bruns über den Mädchentag, den sie derzeit mit Schlißke überarbeitet. Besondere Baustelle für die Organisatorinnen dort: Die Ansprache von weiblichen Flüchtlingen: „Wir müssen den Eltern zeigen, dass es im Point geschützte Räume gibt, in denen sie unter sich sein können“, sagt Bruns dazu. Andere Extra-Angebote lehnt sie aber ebenso wie Henning ab: „Integration passiert einfach. Wenn man alle einlädt, dann kommen auch alle“, erklärt sie mit Verweis auf die Kino-Abende. Dort seien von Anfang an regelmäßig Flüchtlinge mit unter den Besuchern gewesen.

„Es gibt viele, gut genutzte Angebote“, sagt Bruns und lobt damit ausdrücklich die Arbeit der Stadtjugendpflege, „aber vieles ist auch einfach gar nicht bekannt.“ In Richtung Politik betont sie aber auch: „Das Programm wird eigentlich laufend überarbeitet, nicht erst seitdem es Thema in der Politik ist. So wie das Ferienprogramm auch immer neu ist.“

Anzeige

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare