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Jugendmusikschule sieht sich als Kulturknotenpunkt

BAD MÜNDER. Lei Zhang, der Leiter der Jugendmusikschule (JMS) Bad Münder, hat eine Vision. „Wir wollen zum Mittelpunkt eines kulturellen Netzwerkes in der Region werden, zu einem Kulturknotenpunkt im Landkreis.“

„Kultur macht stark“ – die JMS beteiligt sich am Förderprojekt des Bildungsministeriums. Foto: Huppert

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Christoph Huppert Reporter

Den Weg dahin markierten Zhang und der Vorsitzende des Musikschulvereins, Andreas Seidel, jetzt auf der Jahresversammlung. Auf der Grundlage einer „Schülerbelegung“ von knapp 800 Personen, wovon 232 auf den Instrumentalunterricht entfallen und mehr als 480 durch Kooperationen mit Kindergärten und Grundschulen erreicht werden, ist die JMS inhaltlich sehr breit aufgestellt. So erreicht etwa das vom Land geförderte Programm „Wir machen die Musik“ elf Kitas mit 262 Kindern, und auch die aus Berlin finanzierten Projekte zur Integration von Flüchtlingskindern wie „Kultur macht stark“ überschreiten in der Nachfrage bereits die Kapazitäten.

Zurzeit geben 21 Honorarlehrkräfte aus zehn Nationen Einzel- und Gruppenunterricht. „Die Renner sind Klavier, Gitarre und Blockflöte“, so der Musikschulleiter.

Für den Nachwuchs reicht die Angebotspalette von den „Musikzwergen“ über die Kooperationen mit Kitas, die „musikalische Früherziehung“ bis zum „Instrumentenkarussel“. Dennoch sei im abgelaufenen Jahr ein leichter Rückgang bei den „Geldbringern“, dem Einzel- und Gruppenunterricht, zu verzeichnen gewesen, so Seidel. Ursache sei die zeitliche Beanspruchung vieler Jugendlicher durch die Ganztagsschule.

Finanziell kommt die Jugendmusikschule zwar über die Runden, hat bei einem Finanzvolumen von um die 160 000 Euro die Belastungen durch den Umzug verkraftet, bleibt aber auf Förderungen wie die der Stadt in Höhe von gut 5000 Euro angewiesen. Seidel beklagte eine „insgesamt zu geringe Basisausstattung.“ „Die ist vom Status her lebenswichtig, sonst bricht das Kartenhaus zusammen.“ „Ist angekommen“, kommentierte Suanne Bubat-Hahn, die für die Stadt als gesetztes Vorstandsmitglied erstmals teilnahm, Seidels Warnung.

Mit einer wachsenden Zahl von Kooperationsprojekten will die JMS dennoch in die Offensive gehen. Die Zusammenarbeit mit der Musikschule in Springe ist im Hinblick auf mögliche Arbeitsteilungen intensiviert worden. „Keine Fusion, sondern eine stärkere Kooperation“, so Seidel. Auch in die Bereiche Salzhemmendorf und Coppenbrügge steckt die JMS ihre Fühler aus, prüft gemeinsame Projekte etwa mit der dortigen KGS und der Kita Coppenbrügge. Hilfe für den „Musikverein Hülsede“ ist ebenfalls im Gespräch.

Diskutiert wurde über den Namen der Einrichtung, Änderungen sind aber nicht vorgesehen. „Das ,Jugend‘ in Jugendmusikschule wird nicht gestrichen“, so Seidel im Hinblick auf die zunehmende Zahl Erwachsener, die ein Instrument lernen wollen. „Das ist ein Markenzeichen, das wir beibehalten wollen.“

Nach vorne schaut der Vorsitzende auch in einem anderen Bereich: „Einen großen Wunsch haben wir allerdings, und das wäre ein Musikschulauto zum Transport unserer Instrumente.“ Eine weitere der großen Herausforderungen auf dem Weg zur Verwirklichung von Lei Zhangs großer Vision.

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