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Jugendfeuerwehr Bad Münder: Übung im Schnee

BAD MÜNDER. Es war eine Übung unter Bedingungen, die man keinem Feuerwehrkameraden wünscht – schon gar nicht dem Nachwuchs: Dicke Schneeflocken fallen auf den Boden, nach wenigen Minuten zittern die Hände, der Atem dampft, als die rund 20 Mitglieder der Jugendfeuerwehr Bad Münder aus den Einsatzfahrzeugen steigen.

Vermisstensuche im Süntel: Der Suchtrupp der Jugendfeuerwehr bringt die Person zur Rettungsstelle bei der Bergschmiede. Fotos: Dittrich
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Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

Das Szenario: Eine Jugendliche setzt sich hinters Steuer eines PKW, besitzt aber gar keinen Führerschein. Auf dem Parkplatz im Süntel rammt sie einen Baum. Dann werden die Einsatzkräfte alarmiert, die Jugendfeuerwehr rückt an. Eine Beifahrerin läuft hysterisch der Feuerwehr entgegen, eine dritte Person, die im Rückraum saß, ist verschwunden. Die Fahrerin sitzt blutverschmiert hinterm Steuer des Autos, sie ist kaum ansprechbar.

Ausgedacht hat sich das Szenario Patryk Flak, Stellvertretender Jugendfeuerwehrwart, zusammen mit den anderen Betreuern. Der Feuerwehrnachwuchs war bis zum Alarm nur auf einen schriftlichen Test vorbereitet. Als Vorbereitung darauf wurden die Übungsabende genutzt, die Übung selber hatten die Betreuer auch in den vergangenen Wochen ausgearbeitet. Als vermeintliche Unfallopfer saßen drei Freundinnen von Flak im Auto.

Doch eine theoretische Vorbereitung ist etwas anderes als ein Einsatz, selbst wenn es nur eine Übung ist – das stellten die Jungen und Mädchen im Alter von 10 bis 15 Jahren schnell fest. Auch Flak erkennt, dass der dicke Schnee, die Kälte und dazu die Kommandos, die quer über den Parkplatz gebrüllt werden, das Stresslevel steigern. „Es war mir am Anfang ein bisschen zu chaotisch“, zieht Flak eine Zwischenbilanz, ist ansonsten aber zufrieden. Die Aufgabenverteilung, die Hierarchie, das sei alles noch ein wenig durcheinander gewesen.

Die Unfallstelle: Die verletzte Fahrerin wird aus dem Fahrzeug gerettet.
  • Die Unfallstelle: Die verletzte Fahrerin wird aus dem Fahrzeug gerettet.
Patryk Flak beordert die Einsatzfahrzeuge zur Unfallstelle.
  • Patryk Flak beordert die Einsatzfahrzeuge zur Unfallstelle.

Als Aktion zum Jahresabschluss hält er es aber nach wie vor für eine gute Sache. „Mal was anderes“ freut sich auch Stephan Bosse, Jugendfeuerwehrwart, der auf einem der Einsatzfahrzeuge Platz genommen hat und aus dem beheizten Fahrzeug heraus beobachtet, wie die Jugendlichen eine Rettungsstelle einrichten, das Unfallfahrzeug absichern und die Vermisste Person im Wald suchen.„Das macht doch Laune“, sagt er und blick breit grinsend von seinem Fahrersitz herab auf den aktiven Nachwuchs.

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