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Heimatbund will mündliche Quellen sichern

BAD MÜNDER. Die Sicherung und Dokumentation mündlicher Quellen gewinnt vor dem Hintergrund des demographischen Wandels zunehmend an Bedeutung. Nicht nur Hermann Wessling, auch andere Mitglieder der Ortsgruppe Bad Münder im Heimatbund Niedersachsen sind sich sicher, dass es hier noch viele ungehobene Schätze gibt.

Museums-Chef Michael Meier präsentiert das breite Angebot, für der Heimatbund in Bad Münder verantwortlich zeichnet. Foto: Huppert

Autor

Christoph Huppert Reporter

Themen wie die Kriegs- und Nachkriegszeit in Stadt und Region, die Integration von Vertriebenen und Flüchtlingen, die Aufbau- und Wirtschaftswunderjahre bis hin zur Wiedervereinigung sind dabei Aspekte, die es in mündlichen Erzählungen von Zeitzeugen zu erfassen gelte. „Und zwar ehe die Betroffenen nicht mehr da sind“, so der Vorsitzende und Museums-Chef Michael Meier.

Die Verschriftlichung des in möglichen Interviews und Gesprächen Erfassten sei ein großer Aufwand, gab Kai Witthinrich zu bedenken. Dennoch wurde die Anregung Wesslings nach Sicherung volkskundlicher Zeitzeugenberichte von den zur Jahresversammlung erschienenen Mitgliedern durchweg positiv aufgenommen. „Dokumentation ist im volkskundlichen Bereich das Wichtigste“, bestätigte auch Meier. „Da müssen wir mehr machen, denn volkskundliche Medien gehen ganz schnell verloren.“

Historische Kinderspiele waren ein weiteres Thema, zu dem sich die Versammlung Gedanken machte. Wie und was haben Kinder nach dem Krieg hierzulande gespielt?, so lautete die Ausgangsfrage.

Die auf der Jahresversammlung vorgestellte Bilanz der Ortsgruppe fiel rundum positiv aus. Insbesondere die Spitze des Leitungsteams, Michael Meier und Kai Witthinrich, erntete großes Lob für die ausgezeichnete Zusammenarbeit. „Wir ergänzen uns ganz prima“, so Meier.

Während der Erwerb einer alten Streuobstwiese zusammen mit dem Nabu in der Auswertung weitgehend letzterem überlassen wird, bleibt vor allem das Thema „Süntelbuchen“ ein Alleinstellungsmerkmal des hiesigen Heimatbundes. Gerade die Anbindung an die Uni Hannover und deren wissenschaftliche Begleitung habe dem Projekt höchste Anerkennung verschafft. „Etwa 1000 Stunden haben wir in Pflegemaßnahmen und den Kampf gegen Efeu und Brombeeren gesteckt“, berichtet Meier. Zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten hätten sich zudem mit dem Süntelbuchenreservat oberhalb von Nettelrede beschäftigt. Auch die Jahresschrift „Der Söltjer“, dessen 42. Ausgabe unlängst erschienen ist, schreibt schwarze Zahlen. „Die neue Ausgabe ist bereits im Aufbau“, teilte Kai Witthinrich mit.

Ob Süntelbuchen, Stammtisch des Heimatbundes, Söltjer oder Sonderaustellung samt Begleitpublikation, es läuft bei Heimatbund und Museum. Und so wartet man dort jetzt gespannt auf die eine oder andere Lebensgeschichte von Münderanern, die erzählen wie’s damals war.

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