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Hegering: Der Luchs ist im Deister angekommen

BAD MÜNDER. Er ist da, der Luchs. Im Deister wie im Süntel. Der Mann, der diese Aussage trifft, muss es wissen – kennt er doch die Beobachtungen, die ihm die heimischen Jäger mitteilen. Reiner Klockemann, Vorsitzender des Hegerings, stellte in seinem Bericht zum Jagdjahr den Luchs, aber auch andere Raubtiere heraus.

Die Trophäenwand steht bei den Versammlungen des Hegerings immer wieder im Mittelpunkt des Interesses. Fotos: Honig

Autor

Gerhard Honig Reporter

Die Wildkatze, vor einigen Jahren noch als kleine Sensation am Süntel begrüßt, werde inzwischen in vielen Revieren bestätigt. Hin und wieder gäbe es sogar sichere Pirschzeichen, die auf das Vorhandensein eines oder mehrerer Wölfe im Deister hinweisen. Den sowohl von der Landesregierung als auch vom Umweltministerium angekündigten „pragmatischeren Umgang“ mit dem Wolf müssten aber auch Taten folgen, ansonsten werde die Akzeptanz für die Rückkehr der Wölfe in der Gesellschaft immer mehr schwinden, erklärte Klockemann. Mit der seiner Auffassung nach „von wenig Sachkenntnis getrübten“ Aussage zur raschen Ausbreitung der Großraubtiere durch Umweltminister Wenzel, die Jäger würden zu wenig Rehe schießen, könne der sich bestenfalls „um Kopf und Kragen reden“. Die Position des Hegeringleiters: Problemwölfe seien zu erlegen, es handele sich schließlich nicht um Fabelwesen. Die Politik in Land, Bund und Europa sei gefordert, sich gemeinsam festzulegen, mit wie vielen Tieren sie den Beitrag zum Erhalt des westeuropäischen Wolfes leisten wolle. Die Landesjägerschaft werde sich für behördliche Versäumnisse oder Fehlleistungen des Umweltministeriums nicht in Mithaftung nehmen lassen, schloss Klockemann.

Aus dem Streckenbericht über erlegte Wildarten ging hervor, dass im Deister mit 152 Wildschweinen im Vergleich zum Vorjahr 42 Stück weniger geschossen wurden. Im Süntel war die Strecke mit 110 Sauen nahezu gleich geblieben. In den Baltikumstaaten und Polen grassiere die Afrikanische Schweinepest, und es sei zu hoffen, dass diese Seuche nicht nach hier überschwappe. Klockemanns Schlussfolgerung: Die Schwarzwilddichte sei so gering wie irgend möglich zu halten, und das funktioniere nur durch intensive Bejagung.

Vortrag über effektive
Krähenbejagung

Dass an der Trophäenwand deutlich weniger Geweihe, Gehörne und Keilerwaffen zu sehen waren, lag an der Regelung, dass Rehbockjährlinge nicht mehr gezeigt werden müssen. Bei Rothirschen seien lediglich einige Geweihe aus der Jugendklasse angeliefert worden, außerdem das des Fallwildhirschen, der sich unrettbar in einem Gatterzaungeflecht gefangen hatte. 339 Stück Rehwild wurden in den 25 Revieren des Hegerings erlegt, außerdem wurden im Süntel vier Stücke Muffelwild erlegt. 24 Dachse, 84 Waschbären, 118 Füchse stellten außer einigen Mardern, Rabenkrähen und Elstern die Strecke der Prädatoren.

Beim Vortrag über effektive Krähenbejagung hatte Sven Lübbers, Leiter des Jägerlehrhofs in Springe, die ungeteilte Aufmerksamkeit der heimischen Jäger. Seine Kernaussage: Wer Niederwild- und Singvogelhege will, muss die Rabenkrähen kurz halten.

Mit einem Grußwort stellte sich Peter Meyer als stellvertretender Bürgermeister vor. Für 25-jährige Mitgliedschaft erhielten Gereon Ting sowie Tanja Sustrate und Helge Stummeyer Ehrennadeln und Urkunden.

Klockemann wies auf einen Vortrag am 12. Mai im Hofcafé Flegessen hin, wobei Dr. Egbert Strauß vom Wildtierinstitut der Tierärztlichen Hochschule über Wolf und Luchs im Weserbergland referieren wird. Weitere Termine seien die Feier zum 25-jährigen Bestehen der Jagdhornbläsergruppe am 24. Juni, das Hegeringschießen am 22. April sowie das Revierfest im September in Hachmühlen.

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