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Grundschulgebäude als Verwaltungssitz?

BAD MÜNDER. Wo soll künftig die Verwaltung untergebracht werden? Eine Frage, die nach den bislang erfolglosen Verkaufsbemühungen für das Areal der ehemaligen Grundschule an der Kellerstraße die Ratsfraktion von proBürger beschäftigt.

Der Schulkomplex an der Kellerstraße steht seit dem Umzug der Schule 2015 leer.Foto: Rathmann
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Deren Vorsitzender brachte jetzt eine Wirtschaftlichkeitsberechnung zu den Verwaltungssitzen ins Spiel.

proBürger-Chef Helmuth Mönkeberg bewegt die Idee eines zentralen Verwaltungssitzes im ehemaligen Grundschulgebäude bereits seit längerer Zeit. Im Herbst 2015 zog die Schule in das renovierte Gebäude an der Wallstraße, seitdem wird das Schulhaus zwischen Kellerstraße und Friedrich-Ebert-Allee nicht mehr genutzt. Dabei könnte es, so die Vorstellung Mönkebergs, die Lösung für gleich mehrere Probleme der Stadt sein: Mit der Zentralisierung der städtischen Verwaltung an dem Standort könnten Synergien geschaffen werden, gleichzeitig die Standorte der Verwaltung in den historischen Gebäuden Steinhof und Rathaus aufgegeben werden. Dort werden, das ist bereits seit längerer Zeit Teil der städtischen Planung, auf absehbare Zeit größere Summen für Investitionen in den Brandschutz notwendig werden. Mönkeberg will seine Idee eines zusammengefassten Standorts mit Zahlen untermauert wissen – und regt daher eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung an. Eine Idee, vor der Bürgermeister Hartmut Büttner allerdings warnt: Eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung sei mit erheblichem Aufwand verbunden – im Grunde verfolge die Stadt auch eine komplett andere Ausrichtung. Sie bemühe sich um die Vermarktung des Areals, stehe aktuell in „durchaus konstruktiven Gesprächen“. Dabei gehe es auch um die weitere Entwicklung in der Kellerstraße, über die auch mit der Denkmalschutzbehörde besprochen werde. Eine der Kernfragen sei dabei, was getan werden könne, um das Areal einer wirtschaftlichen Nutzung zuzuführen. „Natürlich befassen wir uns auch mit der Situation unserer Verwaltungsgebäude, zunehmend auch mit der Brandschutzproblematik. Eines muss man dabei sehen: Das sind exponierte Gebäude in der historischen Fachwerkstadt Bad Münder.“ Eine der für den Bürgermeister spannenden Fragen ist aber auch die nach der Entwicklung für den theoretischen Fall, dass sich die Stadt aus beiden markanten Gebäuden zurückziehe. Büttners Vermutung: „Es wäre nicht so einfach, für solche Gebäude eine Nachnutzung zu finden. Gesellschaftlich wird oft von öffentlichen Händen gefordert, sich um Baudenkmäler zu kümmern, in die Verantwortung zu gehen.“

Dass der Bürgermeister auf die Forderung nach einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung nicht begeistert reagiert, begründet er ebenfalls: „Das ist ein umfangreiches Arbeitspaket – ich wäre sehr dafür, dass wir das nicht aufgebürdet bekommen, sondern an der eingeschlagenen Linie festhalten können.“

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