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Gelungenes Zusammenspiel von Saxophonist und Philharmonie

BAD MÜNDER. Von der Wiener Klassik bis zur russischen Belle Epoche mit modernen Elementen. Der Schlesischen Philharmonie und dem preisgekrönten Saxophonisten Xavier Larsson gelang es beim zweiten Meisterkonzert der aktuellen Spielzeit am Sonntagabend einen spannungsreichen Bogen mit Bravour zu spannen.

Beifall für Saxophonist Xavier Larsson und die Schlesische Philharmonie – das Publikum ist begeistert. Foto: Brinkmann-Thies

Autor:

Anne Brinkmann-Thies

Unter der Leitung von Piotr Gajewski erklangen Ludwig van Beethovens Symphonie in C-Dur und Franz Schuberts Symphonie in D-Dur. Im Mittelpunkt stand aber das einzige Konzert für Saxophon und Orchester von Alexander Glazunow. Eindrucksvoll interpretierte der in Spanien geborene Larsson das 1934 uraufgeführte und letzte Werk des russischen Komponisten Glasunow Mit Leichtigkeit und ohne Berührungsängste korrespondierten dabei Streicher und Soloinstrument: Das Orchester untermalte geschmeidig die elegisch anmutenden Teile des Werks, verstummte bei den Solopartien, wenn der Saxophonist mit raschen Tonfolgen beeindruckte. Kein Wunder also, dass die Zuhörer im nahezu voll besetzten Martin-Schmidt-Konzertsaal nach einer experimentell anmutenden Zugabe nicht mit Applaus sparten. Dass Larsson sich von den Applaudierenden dennoch relativ rasch verabschieden musste – „Mein Zug fährt leider in zehn Minuten“ – unterstrich nur seinen frischen Auftritt.

Mit Schuberts Symphonie Nummer 3 in D-Dur hatte die Schlesische Philharmonie bereits zum Konzertauftakt ihr Können unter Beweis gestellt. Die Heiterkeit dieser Symphonie aus dem Jahr 1815, die Schubert im Alter von kaum 20 Jahren schrieb, bot das Orchester mit beschwingter Leichtigkeit dar. Der tänzerische Charakter etwa aus dem Allegretto unterstrichen die Musiker unter der Leitung von Gajewski ebenso deutlich wie das temperamentvoll dargebotene lebhafte Finale dieser Symphonie. Klassisch ging es im Konzertsaal nach der Pause weiter mit Beethovens Symphonie in C-Dur. Hingebungsvoll setzte die Schlesische Philharmonie Beethovens erste Symphonie um – und sorgte nach einer langsamen Einleitung im ersten Satz und einem beschwingt dargebotenen zweiten Satz insbesondere im dritten und schnell gespielten, dem Menuett, für begeistertes Zuhören. Hier wie auch während des gesamten Konzerts folgten die Profi-Musiker einmal mehr ihrem Dirigenten Gajewski. Der künstlerische Direktor und Chefdirigent der Nationalen Philharmonie im US-amerikanischen Stratmore wurde kürzlich zum ständigen Gastdirigenten der Schlesischen Philharmonie ernannt. Für das gelungene Zusammenspiel gab es in Bad Münder viel Applaus.

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