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Feuerwehr und Polizei befürchten Einsturzgefahr / Ursache vermutlich technischer Defekt

Geländewagen kracht in Fachwerk-Fassade

Bad Münder (jhr). Einen technischen Defekt vermutet die Polizei als Ursache für einen Unfall, der gestern gegen 11 Uhr die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei in Bad Münder beschäftigte. Ein Geländewagen war in das Ständerwerk eines Fachwerkhauses an der Echternstraße gefahren, wegen drohender Einsturzgefahr wurde die Feuerwehr alarmiert. Menschen wurden nicht verletzt.

ñ Helfer der Feuerwehr Bad Münder sichern das Fachwerk. Der Gelä

Eine 50-jährige Münderanerin hatte sich nach einem Zahnarztbesuch in ihren Mitsubishi Pajero gesetzt und den Motor gestartet. Zeugen bestätigen, dass der Motor des kräftigen Geländewagens sofort aufheulte und mit hoher Drehzahl lief. Das Fahrzeug schoss rückwärts vom Parkplatz, dann wieder vorwärts und prallte gegen das Ständerwerk eines Fachwerkhauses. Als erster Helfer war Michael Kurze an der Unfallstelle – er hatte das Aufheulen des Motors in seinem Versicherungsbüro auf der anderen Straßenseite gehört, war dann der Fahrerin zur Hilfe geeilt. „Der Motor verlor erst an Drehzahl, als sie den Zündschlüssel abzog“, berichtete er.

Im Gebäude, in dem auch eine Spielhalle untergebracht ist, wurde die Spielhallenaufsicht ebenfalls durch das Aufheulen des Motos aufmerksam. Als die 48-jährige Frau sich vom Tresen dem benachbarten Fenster zuwandte, sah sie den Geländewagen direkt auf sich zu rasen. „Ich wollte mich in Sicherheit bringen, doch ich konnte mich einfach nicht bewegen“, berichtete sie später den Helfern der Feuerwehr. Direkt neben dem Fenster prallte der Pajero gegen die Hauswand.

Da im ersten Moment nicht ausgeschlossen werden konnte, dass das Gebäude einstürzt, räumte die Polizei auch die Wohnungen im Haus. Feuerwehrmänner sicherten die Querbalken, Statiker des Landkreises begutachteten den Schaden. Als sie das Entfernen des Geländewagens aus der Hausfassade für unbedenklich erklärt hatten, konnte das Fahrzeug weggefahren werden – Polizisten überzeugten sich davon, dass der Geländewagen beim Anlassen auch ohne Druck aufs Gaspedal sofort wieder mit maximaler Drehzahl lief.

Hausbesitzer Kurt Westphal nahm den Helfern schließlich die Sorge vor dem drohenden Einsturz des Hauses: Das Fachwerk bilde lediglich noch die Fassade des Hauses, im Innern sei bei der Sanierung Ende der 80er Jahre ein Stahl-Skelett eingezogen worden, das für Stabilität sorge. „Jetzt muss allerdings die Mitarbeiterin der Unteren Denkmalschutzbehörde sagen, wie es weitergeht“, sagt Westphal.

Noch am frühen Nachmittag sicherten Zimmerleute das Fachwerk, erst gegen 15.15 Uhr wurde die Echternstraße wieder für den Verkehr freigegeben.

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