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Friedhofsgebühren neu berechnet: Urnengräber werden teurer

BAD MÜNDER. Urne statt Sarg – Rasen statt Reihe. Der Trend zu alternativen Bestattungsformen ist auch in Bad Münder deutlich spürbar. Die sinkende Nachfrage nach klassischen Begräbnisstellen sorgt allerdings auch für Probleme, denn: Sie spült weniger Geld in die Friedhofskassen.

Der Trend geht zu Urnenbestattungen. Foto: Lindermann
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Bei der Neukalkulation der Friedhofsgebühren wird dieser Umstand jetzt sichtbar.

Notwendig wird die jetzt im Finanzausschuss beratene Änderung der Gebührensatzung, weil der „Kostenträger Friedhof“ nach Auswertung der Zahlen des vergangenen Jahres nur noch einen Deckungsgrad von 69,1 Prozent ausweist. Gebühren sollten aber grundsätzlich kostendeckend erhoben werden. Die Stadt hat daher ein Fachbüro mit der Neuberechnung beauftragt, eine neue Gebührensatzung soll an die Stelle der zuletzt 2010 verabschiedeten Satzung treten.

Kalkuliert wurde für einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren, für diesen Zeitraum rechnet die Verwaltung mit Kosten in Höhe von 1,035 Millionen Euro. Grundlage für die Berechnungen waren auch die Bestattungszahlen der vergangenen Jahre. So wurden 2017 auf den städtischen Friedhöfen 62 Erdbestattungen vorgenommen, die Zahl der Urnenbeisetzungen war mit 143 deutlich höher.

Diesem Trend zur Urne trägt die Stadt in ihrer neuen Gebührensatzung auch Rechnung: Passiert der Vorschlag der Verwaltung den Rat, werde die Grabstellengebühren für die Bestattung im Sarg im Reihengrab ab Juli 2018 435 Euro betragen (bislang 348 Euro), für das Urnenreihengrab hingegen werden 550 Euro fällig (bisher 277 Euro).

Erhebliche Veränderungen ergeben sich in der neuen Satzung auch für Bestattungen unter Rasen. Die Rasenreihengrabstelle kostet bislang 445 Euro, ab Juli dann 1400 Euro. Für eine Urnenrasenreihengrabstelle müssen bislang 277 Euro gezahlt werden, ab Juli 865 Euro. „Wir haben festgestellt, dass wir die Kosten für die Nachbereitung von Absackungen und das Abräumen von Grabbeigaben zu gering bewertet haben. Eigentlich sollen Grabbeigaben nur an zentralen Stellen abgelegt werden, doch die Mitarbeiter müssen immer wieder Gestecke oder Kerzen entfernen, bevor sie den Rasen mähen können“, erläutert Pamela Bogorinski von der Stadtverwaltung. In der neuen Gebührensatzung werde auch berücksichtigt, dass bei Rasengräbern die Rasenpflege für bis zu 30 Jahre durch städtisches Personal sichergestellt werde – der Wunsch der Hinterbliebenen nach pflegearmen oder gar komplett pflegefreien Bestattungsformen finde dabei Berücksichtigung. Neu in die Satzung sind Rasenwahlgräber für Sarg oder Urne aufgenommen worden.

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