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Feuerwehrhäuser in Bad Münder: Die große Mängel-Liste

BAD MÜNDER. 16 von 16. Kein Haus ohne Beanstandung. Das Ergebnis der Überprüfung der Feuerwehrhäuser der Stadt war durchgesickert und bekannt, das dicke Ende gab‘s am Dienstagabend in der gemeinsamen Sitzung von Feuerschutz- und Planungsausschuss.

Hachmühlen: Auf 437 920 Euro beziffern die Planer die Kosten, um die Mängel am Feuerwehrhaus zu beseitigen. Fotos: BDI, GMEN, JHR
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Rund 3,5 Millionen Euro wird die Stadt in ihre Feuerwehrhäuser investieren müssen, um den Vorgaben der Feuerwehrunfallkasse gerecht zu werden. Hinzu kommen noch rund 200 000 Euro, die in die Bauunterhaltung fließen sollen.

Nicht eingerechnet in diese Summe ist das Vorhaben, das die Untersuchung der Feuerwehrunfallkasse erst ausgelöst hatte: Weil die Situation im Feuerwehrhaus der Kernstadt an der Langen Straße den Verantwortlichen nicht länger tragbar erschien, hatten sie um eine Begehung gebeten. Schnell war danach klar: Vernünftig gelöst werden kann das Problem nur durch einen Neubau, dessen Kosten separat betrachtet werden. Mit den Auswirkungen der Berichte der Feuerwehrunfallkasse (FUK), dem Feuerwehrbedarfsplan und dem Neubaukonzept in Bad Münder hat die Stadt derzeit drei Vorhaben im Feuerwehrbereich vor der Brust, die eng miteinander verwoben sind und sich teilweise gegenseitig bedingen.

Ebenfalls nicht eingerechnet in die Summe, die der Politik in der Sitzung präsentiert wurde: Die Ertüchtigung der Gebäude der Feuerwehrhäuser in Hasperde, Luttringhausen und Böbber. Allen drei Wehren wird aufgrund ihrer personellen Situation keine Zukunft eingeräumt, im vor wenigen Wochen vorgestellten Entwurf des Feuerwehrbedarfsplanes sind die Schließungen vorgesehen.

Nettelrede: 316 975 Euro
  • Nettelrede: 316 975 Euro
Klein Süntel: 367 441 Euro
  • Klein Süntel: 367 441 Euro
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Nienstedt: 77 815 Euro
  • Nienstedt: 77 815 Euro
Flegessen: 278 180 Euro
  • Flegessen: 278 180 Euro
Brullsen: 30 700 Euro
  • Brullsen: 30 700 Euro
Hamelspringe: 286 660 Euro
  • Hamelspringe: 286 660 Euro
Bakede: 361 000 Euro
  • Bakede: 361 000 Euro
Dreh- und Angelpunkt des Feuerwehrwesens vor Ort – und ein Sanierungsfall. Das Gerätehaus war Thema des Bürgerstammtisches in Eimbeckhausen. Foto: Mensing
  • Dreh- und Angelpunkt des Feuerwehrwesens vor Ort – und ein Sanierungsfall. Das Gerätehaus war Thema des Bürgerstammtisches in Eimbeckhausen. Foto: Mensing
Egestorf: 190 500 Euro
  • Egestorf: 190 500 Euro
Beber: 413 350 Euro
  • Beber: 413 350 Euro
Rohrsen: 339 915 Euro
  • Rohrsen: 339 915 Euro
Nettelrede: 316 975 Euro
Klein Süntel: 367 441 Euro
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Nienstedt: 77 815 Euro
Flegessen: 278 180 Euro
Brullsen: 30 700 Euro
Hamelspringe: 286 660 Euro
Bakede: 361 000 Euro
Dreh- und Angelpunkt des Feuerwehrwesens vor Ort – und ein Sanierungsfall. Das Gerätehaus war Thema des Bürgerstammtisches in Eimbeckhausen. Foto: Mensing
Egestorf: 190 500 Euro
Beber: 413 350 Euro
Rohrsen: 339 915 Euro

Vorgestellt wurden die „FUK-Konzepte“ von der städtischen Architektin Daniela Heidrich. Sie hatte in Abstimmung mit Vertretern der Feuerwehrunfallkasse, einem Ingenieur mit Schwerpunkt Brandschutz, den Feuerwehren und dem Architekturbüro Riemer und Niemeier die Planung entwickelt, mit der die Verwaltung die Probleme lösen und die Situation entschärfen will. Die zentralen Mängel in den Berichten der Feuerwehrunfallkasse und des Brandschutzsachverständigen sind im Konzept zusammengefasst – auffällig dabei: In nahezu allen Feuerwehrhäusern wird die fehlende Trennung von Umkleidebereichen für Einsatzkleidung und Privatkleidung beanstandet. Die wird seit einigen Jahren vorgeschrieben, um die Kontamination der Privatkleidung mit möglicherweise im Einsatz mit gefährlichen Stoffen verunreinigter Feuerwehrkleidung zu vermeiden. Fehlende Abgasabsauganlagen in Fahrzeughallen, nicht ausreichende Größen von Fahrzeughallen und fehlende Rettungswege – in vielen Feuerwehrhäusern ähneln sich die Probleme.

Heidrich stellte auch eine Prioritätenliste vor, in der die Reihenfolge der Arbeiten vorgeschlagen wird. Ganz vorne stehen dabei die Häuser, in denen zweite Fluchtwege derzeit nur über angemietete Treppentürme sichergestellt werden können: Hachmühlen, Hamelspringe und Beber. Noch in diesem Jahr könnten erste Arbeiten erfolgen, angelegt ist der Prioritätenplan aber auf einen längeren Zeitraum: Für zehn Jahre wird geplant, 2027 steht mit dem Feuerwehrgerätehaus Kein Süntel das letzte Vorhaben in der Liste.

Zu den Zuhörern zählten zahlreiche Funktionsträger der Feuerwehr, darunter auch einige Ortsbrandmeister. Sie begleiteten die Vorstellung der Planung auch mit kritischen Anmerkungen und Fragen – unter anderem der nach fehlenden Übungsmöglichkeiten für Feuerwehrmusikzüge, wenn Fahrzeughallen wie in Flegessen, Eimbeckhausen oder Bakede neu strukturiert werden. Ein Vertreter aus Bakede machte deutlich, dass die geplante Schaffung von Stellplätzen Probleme bereiten werde, weil das Platzangebot nicht ausreichend sei. In diesem Zusammenhang geriet auch die aufgelistete Stärke der Wehr in die Kritik. Die Ist-Stärke wird im Konzept der Stadt mit 23 angegeben, tatsächlich betrage die Zahl der Einsatzkräfte aber 30. Kritisch wird auch die Parksituation im Einsatzfall in Klein Süntel gesehen. In einigen Fällen wird die Stadt Mietern in Feuerwehrhäusern kündigen müssen – weil ihre Wohnungen wie in Egestorf für eine Verlegung von Räumen benötigt werden, um im Untergeschoss Platz für Umbauten zu schaffen.

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