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Feuerwehrbedarf: Widerstand in Eimbeckhausen und Nettelrede

EIMBECKHAUSEN/NETTELREDE. Unbedingte Begeisterung sieht anders aus – mit der Behandlung der Sanierungs- und Umbaukonzepte zu den Feuerwehrgerätehäusern in den Ortsräten wächst auch die Zahl der Beanstandungen aus den Reihen der Feuerwehren. Kritik gab es jetzt auch aus den Ortsräten in Eimbeckhausen und Nettelrede.

Eine weitere Fahrzeughalle soll in Eimbeckhausen angebaut werden – für die Wehr ist dieser Vorschlag aber mit vielen Problemen verbunden.

Autor:

Jens Rathmann und Gert Mensing

EIMBECKHAUSEN/NETTELREDE. Unbedingte Begeisterung sieht anders aus – mit der Behandlung der Sanierungs- und Umbaukonzepte zu den Feuerwehrgerätehäusern in den Ortsräten wächst auch die Zahl der Beanstandungen aus den Reihen der Feuerwehren.

Die Stadt will zur Beseitigung der von der Feuerwehrunfallkasse und Brandschutzbeauftragten aufgezeigten Mängel viel Geld in die Hand nehmen. Rund 3,7 Millionen Euro für Investitionen und Bauunterhaltung sieht das städtische Konzept für die kommenden zehn Jahre vor. Nach einem ersten Überblick über die geplanten Vorhaben und Umbauten in den Fachausschüssen werden die Detailplanungen derzeit in den Ortsräten beraten.

In Eimbeckhausen schnitt das Gremium am Mittwochabend das Thema allerdings nur kurz an. Einig waren sich die Ortsratsmitglieder in der grundsätzlichen Unterstützung des Feuerwehrbedarfsplanes, doch das Konzept zum Umbau des Feuerwehrhauses im Ort müsse überarbeitet werden, so die Forderung. Zu offensichtlich, so die Feststellung der Politik, sind Mängel in der Planung. Auf rund 603 000 Euro schätzen die Planer der Stadt die Summe, die der Umbau kosten wird. An das bestehende Gebäude soll eine Fahrzeughalle mit Umkleidebereich samt Schwarz-Weiß-Trennung, Toiletten und Duschen für Männer und Frauen angebaut werden. Die vorhandene Halle wird so umgebaut, dass zwei Fahrzeuge darin Platz finden.

Komplettumbau im Erdgeschoss und Hinzunahme der Mietwohnung im Obergeschoss – so lautet der Plan für Nettelrede. Fotos: Dittrich/Mensing
  • Komplettumbau im Erdgeschoss und Hinzunahme der Mietwohnung im Obergeschoss – so lautet der Plan für Nettelrede. Fotos: Dittrich/Mensing

Dieser Plan jedoch kommt bei der Ortsfeuerwehr und den Ortsratsmitgliedern nicht wie gewünscht an. „Geht gar nicht“, erklärte Ratsmitglied Michael Grote. Er sieht planerische Mängel – unter anderem in dem Umstand, dass Einsatzkräfte vor dem Fahrzeug herlaufen müssten und dass nicht genug Parkplätze vorgesehen seien.

Der stellvertretende Ortsbrandmeister Günter Danziger gab zu bedenken, dass der Ausfahrwinkel des Fahrzeuges aus der geplanten Halle zu gering sei. Ohne Rangieren ginge nichts. Auch reiche die Zahl der Parkplätze, die sich durch den Anbau weiter reduziere, bereits aktuell nicht aus. Am Mittwoch, 8. November, wollen Ortsrat und Ortsfeuerwehr am Bürgerstammtisch im Restaurant Metaxa über die Pläne sprechen (Beginn 19 Uhr).

Auch im Ortsrat Nettelrede-Luttringhausen setzten sich die Mitglieder kritisch mit der Planung auseinander. Vorgesehen ist die Schließung der Ortswehr Luttringhausen, das Gebäude soll als Garage für einen Mannschaftstransportwagen erhalten bleiben. In Nettelrede soll die Fahrzeughalle umgebaut und das Hallentor vergrößert werden. Eine bislang vermietete Wohnung im Obergeschoss soll einbezogen werden, dort sollen Duschen und ein Umkleidebereich Platz finden. Rund 316 000 Euro soll die Beseitigung der bekannten Mängel kosten.

Eine Summe, die Ortsbrandmeister Matthias Heber nach Aufzählung der in der Planung entdeckten Mängel zu alternativen Überlegungen veranlasste. „Bei einem Auto würde man von wirtschaftlichem Totalschaden sprechen“, erklärt er. Er regt an, zumindest einen funktionalen Neubau in Betracht zu ziehen. Anbieten würde sich dafür der Festplatz in Nettelrede, der sich in städtischem Besitz befinde. Der Erlös aus dem Verkauf des Gebäudes in Luttringhausen könnte in den Neubau fließen. Der Ortsrat schloss sich der Auffassung des Ortsbrandmeisters an.

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