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Feuerwehr: Der Zukunftsplan für Bad Münder wird vorgestellt

BAD MÜNDER. 16 Freiwillige Feuerwehren gibt es in Bad Münder, an 16 Feuerwehrhäusern im Stadtgebiet sind Arbeiten notwendig, um die Vorgaben der Feuerwehrunfallkasse zu erfüllen. Vor diesem Hintergrund wird die für Dienstag, 26. September angekündigte Vorstellung des Feuerwehrbedarfsplanes mit Spannung erwartet.

Einsatzzeiten, Ausrüstung, Personalstärke und Gefahrenpunkte listet der Vorschlag zum Feuerwehrbedarfsplan auf – am Dienstag wird das Papier vorgestellt. Foto: Rathmann
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Seit mehr als einem Jahr ist das Hamburger Unternehmen BBS Gefahrenabwehrplanung damit beschäftigt, in Zusammenarbeit mit Stadtverwaltung und Feuerwehr Daten und Zahlen zusammenzutragen und zu analysieren, um daraus Empfehlungen für die Politik in Bad Münder abzuleiten. Denn: Letztlich muss der Rat darüber entscheiden, ob er dem Vorschlag der Experten folgen oder eigene Vorstellungen umsetzen will. Klar ist schon jetzt, dass ein Feuerwehrbedarfsplan die Stadt bindet. Definiert werden im Plan besondere Gefahrenpunkte und Einsatzgebiete ebenso wie die Einsatzfähigkeit und die grundsätzliche Ausrichtung in den nächsten Jahren. Und das alles wird nicht für kleines Geld zu haben sein – die Politik würde mit einer Zustimmung zum Papier der Hamburger Experten auch die Weichen für umfangreiche Investitionsmaßnahmen in Feuerwehrgerätehäuser, in den Fuhrpark der Feuerwehr und in Ausrüstungsgegenstände stellen und dabei auch das Personal der Freiwilligen Feuerwehren im Blick behalten müssen. Und im Gegensatz zu den BBS-Experten, die sich auf Zahlen und Vorgaben beziehen müssen, hat der Rat auch die sich aus den Entscheidungen erbebenden Konsequenzen im Blick zu halten. In vielen kleineren Ortsteilen sind die Feuerwehren Fixpunkte im gesellschaftlichen Leben. Und so wird derzeit nicht nur in Böbber, in Luttringhausen oder in Hasperde mit großem Interesse auf das geschaut, was der Bedarfsplan für die Feuerwehr in den Orten vorschlägt. In Luttringhausen ist das Licht im Feuerwehrhaus längst ausgegangen, ein Mitglied gibt es noch auf dem Papier. Alarmiert wird die Wehr längst nicht mehr.

In Böbber wird mit dem Bedarfsplan auch die Frage beantwortet werden müssen, ob es weiterhin eine Wehr im Ort geben wird. Das Feuerwehrhaus entspricht den Anforderungen längst nicht mehr – aber rechnet sich angesichts der überschaubaren Zahl der Einsatzkräfte und starker Wehren in den Nachbarortsteilen ein Neubau? In Hasperde hat sich nach dem drohenden Aus für die Wehr im vergangenen Jahr wieder ein Kreis engagierter Einwohner gefunden. Aber: Reicht das aus, um größere Investitionen in den Feuerwehrstandort zu rechtfertigen – oder ist das Geld an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt? Fragen, auf die am Dienstag erste Antworten erwartet werden.

„Der Plan ist so etwas wie die Klammer um alles“, hatte Kämmerer Marcus Westphal bei der Vorstellung der Aufgaben der BBS-Experten im vergangenen Jahr erklärt. Ein Jahr später wird sich nun zeigen, welche weitreichenden Konsequenzen sich aus dem Papier ergeben werden. Nicht Teil des Bedarfsplanes, aber doch unmittelbar damit verwoben sind auch weitere Entwicklungen im Feuerwehrsektor: der Neubau eines Feuerwehrhauses in der Kernstadt sowie die Entscheidung über die Konsequenzen, die sich aus den Begehungen der Feuerwehrunfallkasse ergeben. Um die Themen im Zusammenhang behandeln zu können, hat die Verwaltung in Abstimmung mit der Politik den Sitzungskalender für die kommenden Monate um Termine ergänzt: Nach der Sondersitzung des Feuerschutzausschusses am kommenden Dienstag (18 Uhr, verlegt ins Foyer des Martin-Schmidt-Konzertsaals) werden im Oktober gemeinsame Sitzungen des Bauausschusses, der Feuerschutzausschusses und des Ortsrates Bad Münder folgen. In der regulären Sitzung des Feuerschutzausschusses am 21. November könnte die politische Beratung so weit fortgeschritten sein, dass eine Beschlussempfehlung an den Rat gegeben werden kann. Das Ziel: Noch in diesem Jahr soll der Rat zu einer Entscheidung kommen.

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