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Erstes Meisterkonzert des Jahres überzeugt

BAD MÜNDER. Konzertbesucher Manfred Arendts ist voll des Lobes. „Das Hervorragende am Programm der Meisterkonzerte in Bad Münder ist, dass hier auch Außergewöhnliches geboten wird, dass hier auch mal die traditionellen Pfade der herkömmlichen E-Musik verlassen werden.“

Mal lyrisch-melancholisch, mal schwungvoll-rhythmisch: Marianna Bednarska am Marimbaphon begeisterte die Zuhörer. Foto: Huppert

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Christoph Huppert Reporter

Im fast voll besetzten Martin-Schmidt-Konzertsaal erlebte Arendts nicht nur Franz Schuberts „Der Tod und das Mädchen“ in einer Fassung für Streichorchester mit den „Lemberger Virtuosen“, sondern im ersten Teil des Abends mit Jan Koestiers „Concerino für Tuba und Streichorchester op.7“ und Mey Rosausros „Konzert für Marimba und Streicher op. 12“ zwei absolute Raritäten der Orchestermusik.

„Koestier habe ich noch persönlich kennengelernt“, berichtete Generalmusikdirektor Volker Schmidt-Gertenbach. „Ein engagierter Komponist und sehr guter Dirigent. Der hat damals eine Marktlücke entdeckt und Instrumente präsentiert, die sonst sehr selten oder gar nicht als Soloinstrumente im Orchester zum Einsatz kommen.“ Koestiers Komposition habe er seinerzeit sogar beim Bayerischen Rundfunk uraufgeführt, erinnert sich Schmidt-Gertenbach.

Der US-Amerikaner James Jenkins erntete dann auch anhaltenden Applaus für seine Leistung im Tuba-Konzert und bedankte sich mit einem faszinierenden Solo von „Sometimes I feel…“ „Da schwingt die ganze Romantik der Südstaaten-Baumwollfelder durch den Saal“, kommentierte Konzertbesucher Hubert Wöllenstein.

Sehr lang anhaltenden Beifall dann auch für die dynamische Marianna Bednarska, die eine mal lyrisch-melancholische, mal schwungvoll-rhythmische Interpretation der Komposition von Ney Rosauro ablieferte. Wohl keiner der Zuhörer im Martin-Schmidt-Konzertsaal konnte sich dem Zauber des pointierten Zusammenklangs von Marimbaphon und Streichorchester entziehen. Auch hier erklatschte das zu recht restlos begeisterte Publikum eine zauberhafte Zugabe.

Während Mitgliederzahlen überall stagnieren oder rückläufig sind, dürfen sich die Veranstalter der Reihe der Meisterkonzerte über einen leichten Zuwachs freuen. „Wir haben momentan 137 Abonnenten“, so Veranstalterin Ingeborg Gehringer. Und das nicht nur, weil auf Anregung von Hubert Wöllenstein seit der vergangenen Spielzeit neben Pausensekt und -selters auch Bier gereicht wird, sondern vor allem, weil die Programmgestaltung um Besonderes und Außergewöhnliches bemüht ist. So wird im März die „Schlesische Philharmonie“ unter Pjotr Gajewski neben Schubert und Beethoven auch Glasonows „Konzert für Saxophon und Orchester“ mit Xavier Larsson präsentieren.

Ein Wermutstropfen freilich bleibt für Ingeborg Gehringer: „Wir gerne würden wir Vertreter der Schulen oder der Musikschule bei uns begrüßen.“ Die jedoch fehlten bei diesem sensationellen Jahresauftakt.

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