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Eiserne Hochzeit: 65 Jahre lang durch dick und dünn

LUTTRINGHAUSEN. 65 Jahre durch den Bund der Ehe verbunden – länger als manch ein Leser alt ist. Am heutigen Nikolaustag feiern Erika und Georg Guthke ihre eiserne Hochzeit. Am 6. Dezember 1952 heiratete das Paar in Bad Münder.
Angefangen hat alles in ihrer Heimat Schlesien, wo sich beide kennenlernten.

Fünf Jahre nach dem Krieg gaben sich Erika und Georg Guthke das Ja-Wort, heute feiern sie ihren 65. Hochzeitstag. Foto: Ackermann

Autor:

JULIET ACKERMANN

Aus den Dörfern Wilxen und Frankenthal stammend, lernten sich Erika und Georg 1944 auf einem Gut in Neumarkt kennen. Er absolvierte eine Landwirtschaftslehre, sie eine Hauswirtschaftslehre. Liebe auf den ersten Blick war es jedoch nicht, berichten die beiden, eine Liebesbeziehung schien nicht absehbar: Bei sieben jungen angestellten Damen war Georg Guthke auf dem Hof der Hahn im Korb. Dazu war ihr erster Eindruck: „Nicht mein Typ“. Doch mit der Zeit begannen sich die Jugendlichen im Alter von 15 und 16 Jahren immer mehr füreinander zu interessieren. Überschattet wurde ihr Glück von den Kriegsgeschehnissen. Bei den Erzählungen über die Zeit des Zweiten Weltkriegs kommen schmerzhafte Erinnerungen hoch, an Angst vor dem Krieg, Tod, Feind und Vergewaltigern.

Während er verwundete Soldaten in Lazarette transportierte, reparierte sie in einer Schneiderei Uniformen. Glück im Unglück war, dass Georg nicht in den Krieg eingezogen wurde, an die Front. Dies sei seinem Chef zu verdanken gewesen, der seine Beziehungen zum Wehrbezirkskommandanten spielen ließ. Doch mit Kriegsende war es nicht vorbei, auf ungewisse Zeit trennten sich die Wege der beiden: Im Juni 1946 wurde Georg mit seiner Familie in den Westen abtransportiert und gelangte so nach Bad Münder. Mit einer Karte ließ er die Daheimgebliebene von seinem Aufenthaltsort wissen. Erika gelangte mit ihrer Familie fünf Monate später nach Leipzig, ihren Geliebten besuchte sie in Bad Münder erstmals 1947. Fünf Jahre vergingen, bis sie heirateten.

Zum neuen Leben kamen Arbeit, zwei Kinder und ab 1982 ein eigenes Haus. Nach einer Umschulung zum Maurer arbeitete Georg von 1990 bis zu seiner Rente und zwölf Jahre darüber hinaus in der Lagerverwaltung vom Bauunternehmen Niemeier. Und nebenbei? Die Musik hat es ihnen angetan: Die 88-Jährige Erika engagierte sich lange im Frauengesangsverein, Georg ist seit 1962 im Liederkranz. Er spielt auch zahlreiche Instrumente: Blockflöte, Geige, Mandoline, Mundharmonika und Gitarre.

Außerdem ist da noch der alte BMW, mit dem das Ehepaar Deutschland durchquerte. Mit Haus und Hof ist auch heute noch viel zu tun. Vor allem für den 89-Jährigen viel Abwechslung: „Ich habe immer viel gearbeitet. Das hält jung, so lange man das kann.“

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