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Die Mitgliederzahl fest im Blick

NETTELREDE. Gelb zeigen, um die Rote möglichst nie auspacken zu müssen – Nettelredes Ortsbrandmeister Matthias Heber hatte sich zur Jahresversammlung der Wehr im Sportheim des TSV mit Karten ausgerüstet, um seinen Kameraden deutlich vor Augen zu führen, dass auch für ihre Ortswehr durchaus Grund zur Sorge besteht.

Robert Ascher (v.l.) ehrt Matthias Heber, Karl Isermann, Christian Wente und Cord Mittendorf. Foto: Honig

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Gerhard Honig Reporter

Heber spielte auf den Feurwehrbedarfsplan an – der hatte im vergangenen Jahr nicht nur in Feuerwehrkreisen für Aufregung gesorgt, weil er schwarz auf weiß Schwachstellen aufzeigte. Schwachstellen, die auch Nettelrede betreffen, denn: Nach aktuellem Stand wird auch Nettelrede in der mittelfristigen Planung nicht mehr über ausreichend Mitglieder in der Freiwilligen Feuerwehr verfügen.

Wie das aussehen kann, dass haben die Nettelreder in unmittelbarer Nachbarschaft vor Augen geführt bekommen: In Luttringhausen dezimierte sich die Feuerwehr in kurzer Zeit selbst, letztlich blieb nur noch ein Mitglied übrig. Der Wehr muss mangels Einsatzfähigkeit zwangsläufig die Rote Karte gezeigt werden – das Aus für eine eigenständige Feuerwehr.

Davon ist Nettelrede noch entfernt, doch der demografische Wandel bereitet dem Ortsbrandmeister Sorge. Zwar rückten jetzt zwei Nachwuchskräfte aus der Jugend nach, doch längerfristig gesehen sei die Lage ernst, zumal in den nächsten vier Jahren einige Einsatzkräfte altersbedingt ausscheiden müssen. „Ich hoffe nicht, dass sich die Nettelreder einfach umdrehen und der Feuerwehr den Rücken kehren, denn wir sind, wenn es um den Ort geht, auch immer dabei und setzen uns ein,“ zeigte sich der Wehrchef optimistisch.

Die Misere in Luttringhausen beleuchtete in seinen Grußworten Ehrenstadtbrandmeister Robert Ascher, wobei er keinerlei Verständnis für eine derart negative Entwicklung, seiner Darstellung nach ausgelöst durch eine Einzelperson, zeigte. Er könne sich noch gut an eine voll funktionierende Feuerwehr dort erinnern, die sogar ein Stadtfeuerwehrfest mit Bravour auf die Beine gestellt habe.

Der Jahresbericht des Ortsbrandmeisters wies auf zahlreiche Aktivitäten hin: Neben sechs Einsätzen – überwiegend Hilfeleistungen, teilweise nach Sturmschäden – seien die Blauröcke unter anderem bei Veranstaltungen wie dem Osterfeuer, dem Erntedankfest oder zur Absicherung von Großveranstaltungen wie dem ProAm-Radrennen aktiv gewesen. Das Jahresabschlusskonzert des Musikzuges habe einen musikalischen Höhepunkt gebildet.

Den Personalstand gab Heber mit zwölf Kameraden in der Einsatzabteilung, 31 im Musikzug, einem Jugendlichen, drei Alterskameraden und 149 fördernden Mitgliedern an. Lehrgänge und Fortbildungen wurde von Björn Wente, Christian Wente, Karsten Seidel, Timo Tschirch und Matthias Heber besucht. Ehrungen und Beförderungen nahm Robert Ascher in Vertretung des Stadtbrandmeisters vor: Christian Wente wurde zum Hauptfeuerwehrmann und Cord Mittendorf zum Hauptlöschmeister ernannt. Für 50 beziehungsweise 25 Jahre im Musikzug wurden Karl und Martin Isermann geehrt, während Matthias Heber für 25 Jahre aktiven Dienst ausgezeichnet wurde.

Musikzugführer Burkhardt Busse bildete mit seinem Bericht einen vollen Terminkalender des sehr gefragten Orchesters ab.

Ortsbürgermeister Gerd Ahrens dankte den Feuerwehrkameraden für ihre selbstlosen Einsätze außerhalb des reinen Wehrauftrages: „Was wären die kleinen Orte ohne ihre Feuerwehren?“, resümierte er mit Seitenblick auf die jüngste Entwicklung in Luttringhausen. Er rief die Anwesenden dazu auf, sich am 10. März beim Dorfputz zu beteiligen. Vize-Stadtbürgermeister Uwe Peter Keil stieß etwa ins gleiche Horn wie sein Ratskollege und dankte den Blauröcken dafür „….dass sie wieder Kopf und Kragen für uns riskiert haben!“

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