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Bad Münder beginnt mit Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht

HAMELSPRINGE. Die Radwegbenutzungspflicht – lange wurde in Deutschland engagiert um sie gestritten. 2010 beschäftigte sich ein Gericht in Leipzig mit der Frage und sorgte mit einer Konkretisierung der 1998 eingeführten Radwegebenutzungspflicht für klarere Verhältnisse:

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Der Regelfall ist demnach das Radfahren auf der Fahrbahn. Nur wenn dort eine Gefahrenlage vorliegt, die das allgemeine Risiko erheblich übersteigt, ist eine Radwege-Benutzungspflicht angezeigt.

Trotz der richterlichen Entscheidung zeigten sich zahlreiche Kreis- und Stadtverwaltungen allerdings sehr zögerlich in der Umsetzung. Erst sieben Jahre später startet der Landkreis Hameln-Pyrmont, und die erste Stecke, für die die Radwegebenutzungspflicht aufgehoben wurde, führt durch Hamelspringe. Lange Zeit wurden Radfahrer dort in der Ortsdurchfahrt auf einen gesondert ausgewiesenen Radweg beordert, doch das ist vorbei: „Die Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht in Hamelspringe erfolgte im Rahmen der Fahrbahnsanierung“, erklärt Landkreis-Sprecherin Sandra Lummitsch.

Die neuen Schilder geben vor, wo Radfahrer fahren sollen: Aus Richtung Bad Münder kommend außerorts auf einem von der Fahrbahn durch einen Grünstreifen getrennten Radweg, im Ort wechseln sie auf Höhe des Coppenbrügger Weges auf die Fahrbahn – bis etwa auf Höhe der Straße Am Kösterbrink, wo wieder ein kombinierter Rad-Fußweg eingerichtet ist.

Die Änderungen beruhen auch auf der durch Forschungen untermauerten Erkenntnis, dass Radfahrer immer dort am sichersten unterwegs sind, wo sie durchgängig im Sichtfeld der Autofahrer bleiben. Radwege haben sich vielfach als tückisch erwiesen, weil Radfahrer von abbiegenden Autofahrern schnell übersehen werden. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) hatte sich für eine Neuregelung stark gemacht und begrüßte sie Entscheidung, weil dadurch die Rechte der Radfahrer als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer gestärkt wurden.

Probleme wirft die Neuregelung allerdings auch auf, und die hängen vielfach auch mit fehlendem Wissen über die jüngsten Änderungen der Regelungen der Straßenverkehrsordnung zusammen. So dürfen seit Ende 2016 beispielsweise Kinder bis acht Jahre, die mit ihren Fahrrädern Gehwege benutzen müssen, von erwachsenen Aufsichtspersonen auf dem Rad auf dem Gehweg begleitet werden – in Hamelspringe müssen in diesem Fall Eltern nicht auf der Fahrbahn und Kinder auf dem Gehweg auf der anderen Straßenseite fahren.

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