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Acht Münderaner neu in SPD eingetreten

BAD MÜNDER. Es war ein langer Weg mit vielen Kompromissen, bis sich Union und SPD am Mittwoch in Berlin auf einen Koalitionsvertrag einigen konnten. Doch eine Garantie für eine erneute Groko ist diese Einigung noch nicht. Denn darüber, ob die SPD-Führung den Vertrag unterschreibt, entscheiden noch die SPD-Mitglieder.

2467 neue SPD-Mitglieder dürfen in Niedersachsen bis Anfang März mit über die Große Koalition abstimmen. Foto: dpa

Autor:

Dorothee Balzereit und Johanna Lindermann

Bis Anfang März können dazu rund 463 000 Menschen ihre Stimme abgeben.

In den letzten Wochen hat sich die Zahl der Sozialdemokraten im ganzen Land erheblich vergrößert. „Tritt ein, sag nein!“ – so warben Gegner der Großen Koalition für den Eintritt in die SPD, um die GroKo per Mitgliederentscheid zu verhindern. Auch im gesamten Landkreis Hameln-Pyrmont hat die SPD daraufhin zugelegt: 33 Neuanwärter haben bis zum Stichtag am 6. Februar ihren Antrag abgegeben, 13 davon kommen direkt aus Hameln, berichtet SPD-Büroleiter Daniel Meier. Auch die SPD Bad Münder könne seit Beginn des Jahres acht neue Mitglieder in ihren Reihen verbuchen, sagt Meier auf Anfrage der NDZ.

In ganz Niedersachsen habe es seit dem 1. Januar 2467 Neueintritte gegeben, sagt Axel Rienhoff, Pressesprecher des SPD-Landesverbandes. Zum Vergleich: 2016 verzeichnete die SPD in Niedersachsen 2000 Eintritte – im gesamten Jahr. 2017, einem aufgrund der Bundestagswahl starken Jahr, meint Rienhoff, waren es 3500.

Der rasante Mitgliederzuwachs sorgte in vielen Geschäftsstellen der Unterbezirke für logistische Probleme. Knackpunkt sei die Überprüfung der Mitglieder durch die Ortsvereine. Dort haben die Ehrenamtler normalerweise vier Wochen Zeit, um zu schauen, ob das neue Mitglied nicht zum Beispiel schon Mitglied in einer anderen Partei ist oder aus anderem Grund nicht aufgenommen werden kann. „Da bleibt schon mal was liegen“, sagt Rienhoff. In vielen Unterbezirken seien Sonderschichten gefahren worden.

In Hameln-Pyrmont ist nichts liegen geblieben. „Bei uns sind alle neuen Mitglieder durch den Vorstand bestätigt worden“, sagt SPD-Büroleiter Daniel Meier. Um schneller zu arbeiten, habe Ingo Reddeck, Vorsitzender der SPD in Hameln, sogar Umlaufbeschlüsse per Mail und und per Whats-App in Gang gesetzt. Dass jemand abgewiesen wird, sei die Ausnahme. Das Vetorecht des Ortsvereins sei ein Sicherheitsmechanismus, in der Regel kenne man diejenigen, die eintreten wollen.

Dass die neu hinzugekommenen Mitglieder ausschließlich eingetreten seien, um gegen die Große Koalition zu stimmen, glaubt Uwe Nötzel, stellvertretender SPD-Stadtverbandsvorsitzender und Fraktionsvorsitzender, nicht: „Es gibt sicherlich auch Neueingetretene, die für die Große Koalition stimmen wollen.“ Möglicherweise hätten einige schon länger mit dem Gedanken gespielt, in die SPD einzutreten, und dies jetzt als Anlass gesehen, ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen, meint Nötzel. Generell sei es schön, dass neue Mitglieder hinzukämen.

Auch Ulrich Watermann, Landtagsabgeordneter für Bad Münder, Bad Pyrmont, Aerzen, Emmerthal, Coppenbrügge und Salzhemmendorf sowie Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, findet es grundsätzlich immer gut, wenn Leute kommen und sich für die SPD interessieren. Allerdings sollten sich die neuen Mitglieder auch darüber bewusst sein, dass der Partei-Eintritt kein Spiel sei und die SPD eine demokratische Partei.

Um demnächst mit abstimmen zu können, kommt es nun darauf an, dass alle, auch die neuen Mitglieder, mit richtiger Postanschrift im Mitgliederverzeichnis erfasst sind. Registriert werden die Mitglieder in einer zentralen Datenbank.

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