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Abgestürztes Flugzeug am Ithkopf: Bergung abgebrochen

COPPENBRÜGGE/BAD MÜNDER. Die Stelle, an der das Kleinflugzeug am Wochenende abgestürzt ist, liegt abseits von befahrbaren Wegen – eine große Herausforderung für die THW-Helfer. Bei starkem Wind, Schneefall und Temperaturen um minus drei Grad Celsius mussten sie lange Fußwege in Kauf nehmen

In Einzelteile zersägt wurde das Wrack geborgen – ein kräftezehrender Einsatz. Foto: leo
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Autor

Leonhard Behmann Volontär zur Autorenseite

Bergungsmaterial wurde laut THW-Fachberater Andreas Weiher mit Quads durch den Wald transportierten.

„Bei dem Schnee und den eisigen Temperaturen gefrieren die Einsatzjacken und gefährliche Glätte erschwert die Bergung am steilen Hang“, sagt Weiher. Einsatzkräfte rutschten aus und wurden von DRK-Sanitätern versorgt. „In Absprache mit der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen (BFU) haben wir das Wrack zersägt – nur so konnten wir die zerstörte Maschine bergen“, berichtet Weiher weiter. Die Teile wurden in eine Schleifkorbtrage gelegt und dann den Hang hochgezogen. Dort konnten THW-Helfer die Überreste des Flugzeuges auf Quads verladen.

Bis zur Dämmerung waren die großen Wrackteile geborgen. „Alles konnten wir noch nicht bergen. Wir müssen noch einmal wiederkommen“, sagte THW-Zugführer Detlev Grabbe. „Es ist einfach zu gefährlich, die Arbeiten in der Dunkelheit fortzusetzen.“ Außerdem seien durch die geschlossene Schneedecke die Trümmerteile schlecht zu finden“, sagte Weiher am Sonntagabend. Wann die Bergung fortgesetzt werden kann, ist noch unklar. Das THW Springe wurde auch um Hilfe gebeten.

Das Schulungsflugzeug vom Typ „Aquila A-210 AT01“ war am Freitag vom Radarschirm verschwunden. Der Absturz löste einen Großeinsatz aus, bei dem auch zahlreiche Feuerwehrkameraden aus Bad Münder beteiligt waren. Am Sonnabend entdeckte dann nachmittags ein Jäger beim Joggen im Ith den toten Piloten im Cockpit seiner zerstörten Maschine. „Der Jäger war auf den starken Kerosingeruch aufmerksam geworden“, sagt Germout Freitag von der BFU. Das Wrack liegt an einem steilen Hang unterhalb einer Felswand, die Trümmer sind weit verteilt, das Motorflugzeug ist offenbar beim Absturz mit einigen Bäumen und Ästen kollidiert. Eine Tragfläche hängt in einer Baumkrone, der Motor ein paar Meter vom restlichen Wrack entfernt.

Die Leiche des Piloten ist von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden. „Die gerichtsmedizinische Untersuchung könnte uns möglicherweise Hinweise für die Ermittlungen zur Absturzursache geben“, sagt Freitag. Die BFU versucht aufzuklären, warum die Maschine am Leitwerk gebrannt hat. Noch sei unklar, ob das Leitwerk erst am Boden Feuer gefangen hat oder ob es bereits im Flug gebrannt hat. „Der Pilot war sehr erfahren“, sagt Freitag. Das Alter eines Flugzeugführers spiele beim Fliegen keine große Rolle, aber: „Je älter ein Pilot ist, desto öfter muss er zu Tauglichkeitsuntersuchungen.“

Das THW Hameln wird die Trümmerteile zur Untersuchung nach Braunschweig zur BFU bringen. Eine Blackbox, die bei Passagierflugzeugen Flugdaten aufzeichnet, hatte die Maschine nicht. „So etwas ist für Flugzeuge dieser Größenordnung nicht vorgesehen“, sagt Freitag.

Gerätselt wird weiterhin darüber, warum die tatsächliche Absturzstelle so weit von demGebiet entfernt lag, wo das Flugzeug zunächst vermutet worden war. Eine Möglichkeit, die geäußert wurde: Das Flugzeug könnte eine Weile unter dem Radar geflogen sein. Flugzeuge, die nur wenige Meter über dem Boden fliegen, können vom Radar nicht eindeutig registriert werden.

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